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01.10.2019 – Lesezeit: 2 Minuten

Human Resources / Impulse

Homeoffice vor allem bei Führungskräften beliebt

Neue Studien zeigen: Während Führungskräfte das Homeoffice immer mehr für sich entdecken, ist die Heimarbeit bei Angestellten nicht ganz so beliebt, wie bislang angenommen. Warum die zunehmende Flexibilität dabei nicht unkritisch gesehen wird, erfahren Sie jetzt.

Kein hoher Lärmpegel im Großraumbüro, nur die angenehme Stille zu Hause. Da geht produktives Arbeiten dann ganz wie von selbst. So die Idealvorstellung des Homeoffice, aber hält diese auch einem Realitätscheck stand? Die Agentur für Arbeit und die AOK haben sich unabhängig voneinander dieses Themas angenommen und in zwei Studien ihre Ergebnisse vorgelegt.

Hohe Flexibilität birgt Tücken

Die Studie des IAB (PDF), der Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, zeigt, dass Homeoffice zwiespältig gesehen wird. Die erhöhte Flexibilität ist ein zweischneidiges Schwert: Während die Hälfte der Beschäftigten die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben begrüßt, sehen ebenso viele Probleme dabei, beides voneinander zu trennen.

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Aus Sicht der Betriebe wird die Flexibilität durchaus positiv wahrgenommen: Bessere Erreichbarkeit der Angestellten, die höhere Produktivität und die Fahrzeitersparnis führen dazu, dass Homeoffice gerne gewährt wird. Wenn Vorgesetzte Homeoffice verweigern, liegt das vor allem daran, dass die Tätigkeit dies nicht zulässt. In der Tat ist es schwer vorstellbar, dass Polizisten, Feuerwehrleute oder Krankenhauspersonal ihren Dienst von zu Hause aus verrichten.

Beliebt bei Chefs

Auch deshalb ist das Arbeiten von zuhause kein Massenphänomen. Nur 26 Prozent der Betriebe bieten generell die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten an, sei es im Homeoffice oder unterwegs. Populär ist Homeoffice vor allem bei den Chefs. Führungskräfte nutzen diese Arbeitsform in allen Funktionsbereichen mehr als doppelt so häufig im Vergleich zu Personen ohne Führungsverantwortung. Das dürfte in erster Linie daran liegen, dass Vorgesetze nicht erst um Erlaubnis bitten müssen.

Hohe Zufriedenheit, aber psychische Belastung

Gesundheitliche Aspekte stehen naturgemäß im Blickpunkt der Studie des WIDO, des Forschungsinstituts der AOK. Die Beschäftigten im Homeoffice sind überwiegend zufrieden. Sie schätzen die Autonomie und zwei Drittel glauben, dass sie zu Hause mehr Arbeit bewältigen können. Drei Viertel können konzentrierter arbeiten als am Arbeitsplatz. Darüber hinaus beschreibt fast jeder Zweite mit Homeoffice seinen Arbeitsaufwand außerhalb des Unternehmens als genau richtig.

Allerdings gibt es auch Probleme: Die Befragten berichten von Erschöpfung, Reizbarkeit, Wut und Verärgerung sowie Schlafstörungen. Trotz der höheren psychischen Belastung haben Beschäftigte im Homeoffice geringere Fehlzeiten (7,7 Tage) als solche, die nur am Unternehmenssitz tätig sind (11,9 Tage).

„Es mag auf den ersten Eindruck wie ein Widerspruch klingen, dass sowohl die psychischen Belastungen als auch die Arbeitszufriedenheit im Homeoffice höher sind“, erklärt Antje Ducki, Professorin an der Beuth Hochschule für Technik. „Aber ob sich durch die Veränderungen aufgrund der Digitalisierung gesundheitsförderliche oder gesundheitsschädigende Effekte ergeben, ist wesentlich von der konkreten Gestaltung der Arbeit abhängig und von den digitalen Kompetenzen der Menschen.“

Homeoffice ist auch ein Element von New-Work-Workshops

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