12.06.2020 – Lesezeit: 2 Minuten

Geschäftsführung / Impulse

5 Gründe, warum Mittelständler und Start-ups kooperieren sollten

Start-ups sprudeln oft nur so vor Kreativität und Tatendrang. Mittelständische Firmen hingegen sind dahingehend oft zurückhaltender. Dabei sollten sie sich aktiv darum bemühen, mit Neuankömmlingen ins Gespräch zu kommen und zu kooperieren.

Sie nennen sich Hubraum, Startup Autobahn und Startup-Garage. Diese plastischen Namen haben die Deutsche Telekom, Daimler Benz und BMW ihren eigenen Initiativen für Start-ups gegeben. Ziel ist es, eine Innovationsplattform für neue Ideen zu schaffen.

So läuft das beispielsweise bei Daimler: Hier soll die "Startup Autobahn" Türen für Entrepreneure aus dem Mobilitätsbereich öffnen. Die Innovationsplattform vermittelt zwischen Großkonzernen und Start-ups und bringt dabei Tech-Know-how und Erfahrung aus fast einem Jahrhundert Automobilherstellung zusammen.

Mittelstand an den Start

Theorie schön und gut, doch was hat das mit mir zu tun, mag sich manch Entscheidungsträger aus dem Mittelstand fragen. Die Antwort lautet: eine ganze Menge. Innovationsplattformen und Start-ups sind längst nicht mehr nur ein Thema für Konzerne. Das RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e. V. zeigt in der Studie „Mittelstand meets Startups“ die Potenziale auf, wie sich Mittelstand und Start-up gegenseitig befruchten und zusammenarbeiten können.

Vor allem durch persönliche Beziehungen finden kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Zugang zu Start-up-Gründern. Empfehlungen von Geschäftspartnern, Kollegen sowie Bekannten sind in den meisten Fällen Ausgangspunkt für eine Kooperation zwischen KMU und Start-ups. Eine solche Empfehlung schafft Vertrauen, das für eine erfolgsversprechende, künftige Zusammenarbeit benötigt wird.

So gelingt die Kooperation

Bislang bemüht sich erst eine relativ kleine Gruppe an Mittelständlern in Kontakt mit Start-ups zu treten. Etwas mehr als die Hälfte dieser Pioniere besucht Start-up-Veranstaltungen und führt ein Scouting von Technologien und Wettbewerbern durch. Weniger häufig unterstützen KMU Start-up-Wettbewerbe wie Hackathons oder bieten Büro- und Produktionsfläche an, beispielsweise als Coworking-Bereiche oder Labore. Die Empfehlung über persönliche Kontakte ist in der Regel die beste Methode.

Beide Seiten können voneinander profitieren und dazulernen. Mittelständische Firmen haben das unternehmerische, Start-ups hingegen das technische Know-how. Entscheidend für die Art der Zusammenarbeit ist das verfolgte Ziel. KMU und Start-ups sollten sich von Beginn an im Klaren darüber sein, was sie gemeinsam erreichen wollen und wie sie als Partner voneinander profitieren.

Fünf Gründe für eine Zusammenarbeit

  1. Entwicklungspartnerschaften: Hier stehen neue Ideen im Mittelpunkt, insbesondere digitale Produkte und Plattformen sowie Produkt-, Service- und Prozessinnovationen.
  2. Zuliefererverhältnis: In dieser Form dient entweder das KMU dem Start-up oder das Start-up dem KMU als Zulieferer von Produktkomponenten, die in ein Endprodukt einfließen.
  3. Bildung von Vertriebspartnerschaften: Hierbei nimmt der Mittelständler ein oder mehrere Produkte des jungen Unternehmens in sein Sortiment auf.
  4. Konventionelles Kundenverhältnis: KMU fragt Produkte oder Dienstleistungen der Start-ups nach. Bei den Dienstleistungen geht es häufig um Aufträge im Bereich des Marketings oder der Softwareentwicklung bzw. Programmierung.
  5. Lose Kooperation: KMU und Start-ups tauschen sich informell und regelmäßig zu operativen, strategischen oder technischen Fragestellungen aus.

Startup meets Mittelstand

Die Managementberatung Allfoye, Mitglied der All for One Group, führt einmal im Jahr Mittelständler und Start-ups zusammen, um Networking zu betreiben und Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Wie das im letzten Jahr in der Praxis aussah und was alle Parteien voneinander mitnahmen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Quelle: Titelbild pixabay, jamesoladujoye