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08.04.2019 – Lesezeit: 3 Minuten

Prozesse / Geschäftsführung

Neues Förderprogramm hilft KMU bei Digitalisierung auf die Sprünge

Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) und Solo-Betriebe haben oft Schwierigkeiten, den Anschluss an die digitale Transformation zu finden. Das Förderprogramm „Zukunftszentren“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales will helfen, das zu ändern.

Manch mittelständisches Bauunternehmen hat für die Lohnbuchhaltung schon in den 1960er-Jahren einen Computer angeschafft, ist dabei aber mehr oder weniger stehengeblieben. So wurde es versäumt, die Digitalisierung weiterzudenken und als Chance zu begreifen, Prozesse zu verschlanken und zu vereinfachen. Stattdessen hantieren Unternehmen dieser Art vielfach noch mit Papierdokumenten herum.

Im Verbund mit Universitäten

So oder so ähnlich geht es vielen KMU, von den Möglichkeiten des vernetzten Arbeitens 4.0 im Team oder von einer modernen Lager- und Warenwirtschaft ganz zu schweigen. Ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BAMS) will Abhilfe schaffen. „Gerade kleine und mittlere Unternehmen, Selbständige, insbesondere Solo-Selbständige, wollen wir dabei in den Blick nehmen“, so BAMS-Staatssekretär Björn Böhning von der SPD.

Zunächst will sein Ministerium mit dem Mitte März 2019 vorgestellten Förderprogramm fünf sogenannte „Zukunftszentren“ in fünf neuen Bundesländern aufbauen, um Unternehmen bei den Herausforderungen rund um die digitale Transformation zu helfen. Die KMUs sollen in den „Zukunftszentren“ Unterstützung durch Institutionen wie Universitäten erhalten, die vorwiegend Beratungsleistung bieten sollen.

Den Anfang machen die neuen Bundesländer

Während die Tagesschau-Redaktion titelte, dass die „Zukunftszentren“ insgesamt mit Milliarden ausgestattet werden sollen, liest sich für Fördersumme von 36 Millionen Euro bis 2022 noch recht bescheiden. Die Mittel sollen aus dem Bundeshaushalt und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung gestellt werden und zunächst in die neuen Bundesländer fließen.

Die neuen Bundesländer seien besonders und deutlich früher mit den Herausforderungen sich überlagernder Veränderungsprozesse wie dem demographischen Wandel und digitalen Wandel konfrontiert, so Böhning. „Die Menschen in Ostdeutschland haben eine ganz besondere Transformationskompetenz. Schließlich haben sie bereits einen tiefgreifenden Umbruch erfolgreich bewältigt“. Daran solle nun angeknüpft werden, lobt der SPD-Mann und erklärt damit, warum die „Zukunftszentren“ zunächst dort aufgebaut werden sollen.

Ausschreibung für Verbünde startet bereits

Bis zum 25. April 2019 können sich mögliche Träger wie beispielsweise Universitäten bewerben. Die Unternehmen aus den fünf neuen Bundesländern können dann mit ihnen gemeinsam an der Ausschreibung teilnehmen. Im Herbst soll dann bekanntgegeben werden, welcher der Verbünde gefördert wird. Neben den fünf „Zukunftszentren“ ist auch ein bundesweites „Zentrum digitale Arbeit“ geplant, um das Wissen zu bündeln und den Austausch zu fördern.

Deutschlandweit 25 Kompetenzzentren

Das Förderprogramm „Zukunftszentren“ ist nicht das erste dieser Art. Insgesamt fördert das BAMS bereits 25 Kompetenzzentren in ganz Deutschland, die dem Mittelstand digital auf die Sprünge helfen sollen. Im „Kompetenzzentrum Berlin“ sollen Fachleute in drei Jahren 40.000 Unternehmen im Raum Berlin und Brandenburg beraten worden sein. Die Leiterin des Kompetenzzentrums, Alexandra Horn, erklärt, man kenne Mittelständler bisher so, dass sie sich selbst helfen. „Da ist man sehr pragmatisch und hemdsärmelig. Aber bei diesem Thema fehlt die interne Expertise.“ Darin liege der eigentliche Hemmschuh der Digitalisierung. Wie sie weiter sagte, sei der Bedarf nicht nach Ost und West zu trennen, sondern je nachdem, ob die Region strukturschwach ist oder an eine Metropolregion angeschlossen sei.

Mittelständler helfen Mittelständlern

Solche Förderprogramme sind natürlich wichtig, um den Mittelstand und die vielen Kleinbetriebe in Deutschland bei der Digitalisierung zu unterstützen. Aber ebenso wichtig sind für KMUs IT-Dienstleister, die ihre Probleme verstehen und ihnen auf Augenhöhe begegnen. Das ist eines der Erfolgsrezepte des IT-Beratungshauses All for One Steeb. Das Unternehmen aus Filderstadt bei Stuttgart ist der führende SAP-Partner für den Mittelstand im deutschsprachigen Raum und hilft mittelständischen Unternehmen auch bei der Digitalen Transformation einschließlich „Arbeiten 4.0“ über die Cloud mit Microsoft-Produkten wie Office 365.

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Wie es um den Stand der Digitalisierung in Deutschland bestellt ist, erfahren Sie in diesem Artikel von Mittelstand Heute.

Quelle: Titelbild pixabay, tvjoern