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12.12.2018 – Lesezeit: 2 Minuten

Technologie

SAP IDoc: Mit diesem Trick versprechen manche EDI-Plattformen 100% garantierte Buchungen

IT-Experte Eckhard Höhmann über EDI, SAP IDocs und warum Fehlermeldungen beim Einspielen von IDocs nicht schlimm sind. 

Um die zahlreichen Vorteile von EDI auch tatsächlich umsetzen zu können, muss man eingehende EDI-Daten in sogenannte IDocs (und umgekehrt) konvertieren. Was ein IDoc ist, erfahren Sie hier.

Eine IDoc Buchungsrate von 100% klingt perfekt, bei genauerem Hinsehen gibt es aber eine Überraschung 

Und tatsächlich hat mich ein Kunde letztens mit einer spannenden Frage konfrontiert: „Können Sie denn auch eine hundertprozentige Buchbarkeit von IDocs garantieren?“ Der Mitbewerber bietet das an und es klingt ja auch toll, wenn alle IDocs immer im SAP fehlerfrei gebucht sind. Aber…

SAP IDoc – 100% Buchungsrate: Warum eine Garantie Augenwischerei ist

Um es gleich ehrlich zu sagen: Nein das können wir nicht. Und Nein, das wollen wir auch nicht. Und dafür gibt es auch gute Gründe. Im konkreten Fall haben wir analysiert, ob das gegebene Versprechen denn überhaupt eingehalten wird. Und Tatsache: Das Versprechen steht und ist auch technisch gesehen korrekt. Und nicht nur das: Die Garantie steht sowohl für IDocs in SAP, die aus EDI-Nachrichten konvertiert wurden als auch für SAP IDocs, die auf Basis von gescannten Dokumenten erstellt wurden.

Mehraufwand ohne Mehrwert

Dass das eingehaltene Versprechen nichts bringt, ist halt schade für Sie, aber es lässt sich natürlich großartig damit Werbung machen. 

So gehen diese Anbieter vor: Als erstes müssen Sie Ihre Kundenstammdaten und Ihre Materialstammdaten, usw. großzügig in die Cloud oder auf das System des Anbieters hochladen und ständig synchron halten. Das bedeutet Mehraufwand für den Betrieb.

Bei sämtlichen eingehenden Nachrichten und Dokumenten werden dann Inhalte mit den Stammdaten verglichen und es wird versucht, diese zueinander zuzuordnen.

Also haben Sie nichts anderes erreicht, als eine SAP-Standardfunktionalität aus SAP heraus zu verlagern. Denn das ist ja genau das, was ihr ERP bei der Einbuchung eines IDocs versucht. Es wird einleuchten, dass Funktionen, die Sie bereits in SAP erfolgreich implementiert haben jetzt wieder auszulagern nicht gerade eine smarte Idee ist... Sie haben damit nur Mehraufwand ohne Mehrwert.

100% Garantie für Datenmüll

Aber es geht noch weiter: Was passiert denn, wenn der Vergleich mit den Stammdaten keinen Erfolg bringt? Dann wird der Anwender gezwungen, mit Dummy-Stammdaten zu arbeiten und diese dann im Beleg zu korrigieren. Und Sie wissen: Dummy-Stammdaten sind nichts weiter als Datenmüll. Alternativ muss sich der Anwender zur Fehlerbehebung auf dem Drittsystem einloggen und bekommt dort die Möglichkeit nachzubessern.

Was haben Sie dann im Endergebnis geschafft? Statt zentral im SAP zu arbeiten, wurde die Fehlerbehebung über verschiedene Lösungen hinweg verstreut. Sie haben Ihre Stammdaten einem Dritten gegeben und vielleicht auch noch den Spaß einer ständigen Synchronisierung an der Backe. Großartig!

SAP IDoc Buchung: Wie geht es denn nun richtig?

Erst einmal: Keine Panik vor Fehlermeldungen. Buchungsfehler kommen einfach vor und Sie gewinnen nichts, wenn Sie diese nicht im SAP, sondern in einem Vorsystem anzeigen.

 

Tipp: Bleiben Sie im SAP und arbeiten Sie mit einem modernen IDoc-Monitor.  Gute SAP Add-ons geben Ihrer Fachabteilung die Möglichkeit einer  benutzerfreundlichen Datenkorrektur. Wie das geht erklären Ihnen die Experten  von All for One Steeb. Fordern Sie jetzt ein unverbindliches Expertengespräch  an >>