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26.11.2018 – Lesezeit: 2 Minuten

Geschäftsbereiche / Geschäftsführung

Digitalisierung spaltet Mittelstand

Die Digitalisierung ist zwar auf dem Vormarsch, aber viele Mittelständler sehen sich selbst als Nachzügler. Viele sind nach wie vor skeptisch, ob sich der Nutzen im Vergleich zum Aufwand wirklich lohnt.

Die Frage, inwiefern Digitalisierung das richtige Konzept für den Mittelstand in Deutschland ist, spaltet noch immer die Gemüter. Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), sieht Digitalisierung als große Chance für den Mittelstand - vor allem in ländlichen Gebieten -, geeignete Bewerber für sich zu gewinnen. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels achten Bewerber genau auf den digitalen Stand eines Unternehmens“, so Ohoven.

Digitalisierung als Chance

Der Digitalverband Bitkom hat in seiner Studie „Digitalisierung der Wirtschaft“ den aktuellen Stand der Digitalisierung in Deutschland beleuchtet. Demnach sehen immerhin fast 90 Prozent der Befragten Digitalisierung als Chance. 78 Prozent verfolgen in diesem Jahr bereits eine digitale Strategie – das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Fast zwei Drittel passen ihre Produkte mittlerweile an die veränderten Marktbedingungen durch die Digitalisierung an, und mehr als ein Drittel hat sich bereits entschlossen, deswegen veraltete Produkte vom Markt zu nehmen.

Den Anschluss verpasst

Die Schere zwischen größeren und kleineren Unternehmen ist allerdings erheblich, wenn es um die Selbsteinschätzung im Hinblick auf die Digitalisierung geht. Während sich 74 Prozent der Unternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern als Vorreiter sehen, sind es bei Firmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern nur ein Drittel. Fünf Prozent dieser kleineren Firmen glauben sogar, sie hätten den Anschluss verpasst. 

Vorreiter in der Digitalisierung oder nicht?

Allerdings ist dieser Rückstand auch kein Wunder, denn nur 19 Prozent der Firmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern investieren in digitale Geschäftsmodelle. Bei Unternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern investieren dagegen 57 Prozent. Die Geschäftsführer der betroffenen Unternehmen nennen ihre Investitionshindernisse: fehlende Zeit im Alltagsgeschäft und unzureichende Mittel. 

Skepsis weiterhin groß

Die Skepsis gegenüber der Digitalisierung ist am meisten in den Branchen Handel und Dienstleistungen ausgeprägt. 34 Prozent der Dienstleister stimmen der Aussage zu, die Digitalisierung gefährde ihre Existenz. 39 Prozent der Handelsunternehmen berichtet von Problemen, die Digitalisierung zu bewältigen.

Der Branchenverband Bitkom fordert als Konsequenz aus dieser unbefriedigenden Situation eine Digitalstrategie, Investitionen von Zeit und Geld und den Einsatz von Zukunftstechnologien, um die Digitale Transformation voranzubringen. Achim Berg, Präsident des Bitkom, sieht deswegen die Politik in der Pflicht: „Die Digitalisierung gehört in den Mittelpunkt der neuen Hightech-Strategie 2025.“ Die Mittel müssten viel stärker auf digitale Technologien konzentriert werden und jeder zweite Forschungs-Euro ins Digitale fließen.

Klar ist aber auch, dass Mittelständler vor allem einen kompetenten und erfahrenen Partner benötigen, der einen zielführenden Plan verfolgt und ihnen dabei hilft, alle Hindernisse auf dem Weg in die Digitalisierung zu bewältigen. Wie die Digitalisierung im Einzelhandel gelingt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Quellen: Titelbild pixabay, struppi0601 / Grafik Evernine GmbH