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20.12.2019 – Lesezeit: 3 Minuten

Geschäftsführung / Technologie

Digitalisierung: Mit Technik allein ist es nicht getan

Alle reden von Digitalisierung, aber um die digitale Transformation zu meistern, reicht es nicht nur, neue Technologie anzuschaffen. Stattdessen müssen insbesondere die Führungskräfte und Mitarbeiter abgeholt werden, wie eine Bitkom-Umfrage zeigt.

Mitten im neuen PISA-Report der OECD, der Deutschland wieder in einem etwas schlechteren Licht zeigt, wird Kritik laut, dass deutsche Schulen eine digitale Wüste seien. Dabei fehlt es mitunter gar nicht an der Ausrüstung: Beamer-Anbieter haben die Beobachtung gemacht, dass ihre Geräte zum Teil ein Jahr später oder länger noch originalverpackt in den Asservatenkammern schlummern. Der banale Grund: Lehrer trauen sich nicht, damit umzugehen. Dieses Beispiel zeigt, dass es mit neuer Technologie nicht getan ist, sondern auch ein Wandel in den Köpfen stattfinden muss.

Viele Firmen „leben“ Change Management

Das gilt auch – und besonders – für die digitale Transformation in Unternehmen. Eine neue Umfrage von Bitkom Research im Auftrag von Tata Consultancy Services offenbart, dass viele von ihnen schon einsehen, dass es dafür nicht nur neue Technologien nötig sind. Knapp die Hälfte der Mitte 2019 befragten 953 Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten (47 Prozent) arbeiten schon mit Change-Management-Methoden, um Strukturen anzupassen und Mitarbeiter mitzunehmen. Das ist ein deutlicher Zuwachs gegenüber den 36 Prozent zwei Jahre zuvor. Bei Großunternehmen mit 500 und mehr Beschäftigten liegt der Anteil sogar schon bei 57 Prozent.

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Verantwortlich für Veränderungsprozesse sind in den meisten Fällen (35 Prozent) eigene Digitalisierungseinheiten oder der Chief Digital Officer (35 Prozent), gefolgt von der Geschäftsführung oder dem Vorstand (26 Prozent) und die interne Unternehmenskommunikation (23 Prozent).

Agile Methoden setzen sich durch

Beim Projektmanagement setzen sich immer mehr agile Methoden wie Kanban oder Scrum durch. Viele, aber nicht alle haben ihren Ursprung in der Softwareentwicklung. 43 Prozent der von Bitkom Research befragten Unternehmen gaben an, manchmal, größtenteils oder immer agile Methoden einzusetzen. Das ist eine erfreuliche Zunahme gegenüber den 35 Prozent ein Jahr zuvor. Nur jedes vierte Unternehmen verzichtet vollständig darauf; 2018 lag der Anteil noch bei 36 Prozent. Bei Großunternehmen ist der Unterschied noch deutlicher. Da hat sich der Anteil um zehn Prozentpunkte auf 56 Prozent erhöht. Nur 18 Prozent nutzen unverändert keine agilen Methoden.

Was die Digitalkompetenzen angeht, hat sich der Anteil der Unternehmen, die das von ihren Mitarbeitern fordern, auf 84 Prozent erhöht. Ein Jahr zuvor waren es noch 74 Prozent, 2017 lag der Anteil noch gerade mal bei 66 Prozent. Entsprechend der Forderung investieren die Unternehmen auch mehr in die Digitalkompetenz ihrer Mitarbeiter. Heute sind es schon über vier Fünftel (81 Prozent), zwei Jahre zuvor waren es noch glatt drei Viertel der Firmen.

„Höchste Zeit, aktiv zu werden“

Dr. Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research, kommentiert das so: „Die Unternehmen beklagen seit Jahren einen Fachkräftemangel und einen Mangel an Mitarbeitern mit ausgeprägten Digitalkompetenzen. Die Mehrheit der Unternehmen hat inzwischen die Notwendigkeit erkannt, selbst aktiv zu werden und die eigenen Mitarbeiter weiterzubilden. Für die verbleibende Minderheit dürfte es allerdings höchste Zeit sein, hier aktiv zu werden.“

Jedes zweite Unternehmen ließ wissen, dass ihre Mitarbeiter die neuen Technologien schnell annähmen. 44 Prozent klagten allerdings auch, dass der Aufwand, sie davon zu überzeugen, sehr groß sei. Dennoch bilden zwei Drittel der Unternehmen (66 Prozent) ihre Mitarbeiter gezielt dahingehend weiter.

Change Management vorantreiben

Die All for One Group aus Filderstadt bei Stuttgart, führendes IT-Beratungshaus für den Mittelstand im deutschsprachigen Raum, und die Allfoye Managementberatung GmbH als Teil der All for One Group unterstützen Unternehmen sowohl bei der Digitalisierung selbst als auch dabei, die Herausforderungen des Change Managements zu bewältigen. Nicht überall ist Agilität gefragt: In der Finanzbuchhaltung oder in den Rechtsabteilungen etwa können – auch abteilungsübergreifend gebildete – agile Teams mit agilen Methoden zu schnelleren und besseren Ergebnissen führen. Die All for One Group zeigt unter „Agile Organisation & Arbeitsweisen“ entsprechende Wege und Konzepte mit Blick auf Arbeiten 4.0 oder „New Work“ auf.

Nützliche Informationen zum Thema New Work und Workshops dazu

Wie Sie agile Meetings in Ihrem Unternehmen einführen, erfahren Sie hier.

Quelle: Titelbild AdobeStock, NicoElNino