Titelbild-Digitalisierungsprojekt-Poly-Tools-Bennewart-Donsieders

15.10.2018 – Lesezeit: 3 Minuten

Marketing, Vertrieb und Service / Prozesse

Digitalisierung ist eine Herausforderung für viele KMU

Die effektive Bereitstellung und Vernetzung von Produkt- und Produktionsdaten – ein Ziel, das viele mittelständische Unternehmen verfolgen, so auch die POLY-TOOLS bennewart GmbH aus Donsieders.

Um Daten zu vernetzen, ist es wichtig, zuerst Prozesse zu analysieren und zu optimieren. Eine Aufgabe, die zwar zeitaufwändig ist, sich im Nachhinein jedoch auszahlt. Nur wer vorab definiert, welche Daten für die jeweiligen Prozesse relevant sind, entgeht einem digitalen Datenchaos.

Das Unternehmen aus Donsieders in der Nähe von Pirmasens ist in einem sehr speziellen Markt tätig, dem sogenannten Blasformenbau oder auch Blaswerkzeugbau. Dabei werden individuelle Formen für Kunststoff-Hohlkörper im Bereich von 3 Milliliter bis zu 200 Liter hergestellt. Die Kanister-Fertigung, zum Beispiel zur Abfüllung von Mineralölen, Benzin, Reiniger, Chemikalien, destilliertem Wasser, Frostschutz- oder Pflanzenschutzmitteln, gehören zu dem Hauptgeschäft von POLY-TOOLS. Aber auch in jedem Haushalt finden sich Artikel, wie Geschirrspülmittel oder Shampoo-Flaschen, die ihren Ursprung in Donsieders genommen haben. Für den mittelständischen Werkzeugbauer sind Prozessoptimierung und Datenvernetzung die zentralen Schlüsselthemen, wenn es um Digitalisierung geht. Das Unternehmen hat es sich daher zum Ziel gesetzt, die Prozesse innerhalb der Firma zu verschlanken sowie Daten aus den Abteilungen Vertrieb, Konstruktion und Fertigung zu vernetzen.

Produktion bei Poly Tools Bennewart

Der Geschäftsführer des rund 100 Mitarbeiter großen Unternehmens, Arnold Schura, ist der Meinung, dass „Unternehmen, die sich der Digitalisierung verschließen, in Zukunft nicht wettbewerbsfähig sein werden“. Weiter ergänzt er: „Digitalisierung bedeutet Effizienzsteigerung. Wir gehen mit der Zeit und optimieren so unsere Prozesse. In unserer Branche gehören wir zu den Vorreitern in Sachen Digitalisierung“.

Prozessoptimierung als Basis für Datenvernetzung

Neben der Betriebsdatenerfassung (BDE) in der Produktion hat die Firma bereits zwei Systeme zur Datenverwaltung und Produktionsplanung eingeführt: PLM (Product Lifecycle Management) sowie ein ERP (Enterprise Resource Planning). Ziel war die durchgängige Datenvernetzung zwischen den Abteilungen, die an der Auftragsabwicklung beteiligt sind.

Jürgen Oppermann, Leiter des Qualitätsmanagements von POLY-TOOLS und ebenso Leiter der Projektbegleitung, beschreibt eine alltägliche Situation: „Häufig erteilt uns der Kunde einen sehr vagen Auftrag, wie sein Blaswerkzeug aussehen soll – viele Abstimmungsschleifen sind nötig, um die finalen Details zu klären und die Anforderungen an das Werkzeug zu konkretisieren. Und genau diesen Prozess möchten wir systematisieren, um den Auftrag für alle Abteilungen von Anfang an klar zu definieren.“

Wie (richtige) Informationen fließen

Um eine reibungslose Auftragsabwicklung zu garantieren, muss jeder Mitarbeiter, der in den Prozess involviert ist, über alle aktuellen Informationen verfügen. Um das zu ermöglichen, wurden relevante Prozesse analysiert und in einem Prozessmodell dargestellt. Wichtig dabei war, welche Daten in welcher Form zwischen den verschiedenen Abteilungen ausgetauscht werden und was in Zukunft verbessert werden soll. Damit war die Grundlage für die digitale Datenvernetzung gelegt und die Prozesse konnten in die vorhandenen IT-Systeme übertragen werden.
„Großer Vorteil dieser Prozessoptimierung ist die erhebliche Zeitersparnis bei der Auftragsabwicklung. Der Abstimmungsaufwand zwischen den Abteilungen wurde deutlich reduziert und damit die Unternehmensgeschäfte insgesamt effizienter gestaltet“, so Projektleiter Oppermann.

Mitarbeiter rechtzeitig einbeziehen

Der Geschäftsführer von POLY-TOOLS war sich sicher, dass es wichtig ist, viele Bereiche der Firma - vom Vertrieb über Konstruktion, Qualitätsmanagement bis hin zu IT - von Anfang an in das Projekt mit einzubeziehen. Ganz nach dem Motto, dass ein interdisziplinäres Team komplexe Unternehmensprozesse besser analysiert und einen Mehrwert für das Projekt bringt.

So hat Poly Tools seine Prozesse optimiert

Für den Erfolg von Digitalisierungsprojekten braucht es ein durchdachtes Konzept zur Kommunikation der Veränderungen und zur Einbindung der Mitarbeiter. Sie werden schließlich zukünftig mit den verbesserten Prozessen und Tools arbeiten. POLY-TOOLS hat neben dem großen Projektteam, in dem bereits viele Mitarbeiter in das Vorhaben involviert wurden, eine Mitarbeiterversammlung einberufen, um allen Mitarbeitern des Betriebs die Vorteile digitaler Prozesse zu verdeutlichen.

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Quellen (alle Fotos): Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern / A. Sell