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26.08.2019 – Lesezeit: 2 Minuten

Prozesse / Produktion und Logistik

Digitalisierung der Logistik auf der letzten Meile

Mit Same-Day-Delivery der Onlinehändler können Mittelständler oft schwer mithalten. Aber die Ansprüche steigen. Kunden wollen schnelle Lieferzeiten und genau wissen, wann die Ware eintrifft. Das erfordert eine Digitalisierung der Logistik – im Brummi und im Container.

In einem Münchener DHL-Shop stapeln sich Pakete bis zur Decke, weil sie einfach nicht abgeholt werden, wie die Geschäftsinhaberin klagt. An der nächstgelegenen Poststelle, eine der größten der Stadt, werden die Schlangen immer länger, weil Personal eingespart wurde.

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Da kommt diese Meldung auf den ersten Blick gerade recht: „Amazon liefert rund 50 Prozent der Pakete selbst aus“. Auf den zweiten Blick betrifft es Sendungen in den USA, 48 Prozent (2019) gegenüber 15 Prozent zwei Jahre zuvor. Damit scheint die Paketbranche tatsächlich „angezählt“, wie der Artikel suggeriert. Dabei hat der Online-Riese in Deutschland mit geschätzten 50 gegenüber 20 Prozent einen deutlich größeren Marktanteil als im Heimatland. Sollte der Anteil der eigenen Lieferungen genauso schnell wachsen, könnte dieser in Deutschland bis 2021 auf 25 Prozent hochgehen.

Problem für Mittelständler

Amazon, immer wieder Amazon. Der Online-Versandriese hat mit schnellen Lieferzeiten bis hin zu denen am selben Tag (Next- oder Same-Day-Delivery) und mit einer Transparenz bei den Warenwegen die Messlatte so hoch gelegt, dass kleinere Online-Shops oder Marktplätze oft das Nachsehen haben und mit den damit gestiegenen Kundenerwartungen kaum mithalten können. Das betrifft auch Mittelständler – vom Onlineshop-Betreiber bis zum Handwerker, die vom eigenen Lager, vom LKW oder vom Container-Hafen auf der „letzten Meile“ irgendwie Waren zum Kunden bringen oder liefern lassen müssen.

Höheres Verständnis von Kundenwünschen

Auch im B2B-Bereich macht sich aufgrund der – von den großen Online-Handelshäuser vorgegebenen – Lieferkonditionen eine „neue Just-in-Time und On-Demand-Mentalität“ breit. Das erfordere aber ein tieferes Verständnis von Kundenwünschen. Damit die Kosten dabei nicht aus dem Ruder laufen, müsse die Supply Chain optimiert und digitalisiert werden. Das gelte besonders auch für die Logistik der letzten Meile, ein Begriff analog zu Kabel- oder Glasfaserverbindungen vom Verteilerkasten bis ins Haus oder die Wohnung.

„Viele unserer mittelständischen Kunden wollen ihre Lieferkette digitalisieren, weil ihre Kunden durch die Erfahrungen im Online-Handel anspruchsvoller geworden sind und sich nicht mehr auf wage Lieferversprechen verlassen können oder wollen“, so Frank Delbrügge, Projektleiter bei der All for One Group, der führenden IT- und Consulting-Gruppe in der DACH-Region. „Die sogenannte letzte Meile wird dabei für viele zur großen Herausforderung. Wer sie durch die Digitalisierung meistert, ist im Wettbewerb deutlich im Vorteil.“

Auch zwischen Unternehmen wollen Kunden heute den Weg der Ware nachverfolgen können und wissen, wann sie eintrifft – und das möglichst mobil über eine App. Dabei sind auch Cloud- und Tracking-Lösungen mittels IoT-Anbindung immer gefragter, weil die bisher verwendeten QR-Codes und RFID-Tags (Transponder) die Warenströme auf der letzten Meile oft nur ungenau wiedergeben.

Mit SAP zur digitalen Supply Chain

Um die ganze Lieferkette oder Supply Chain sowie die Prozesse vollkommen abbilden und planen zu können, hält SAP einen ganzen Warenkorb von Lösungen bereit, die für den Mittelstand über Partner wie die All for One Group aufbereitet werden. Für die Abbildung der eigentlichen Lagerlogistik bieten sich SAP ERP sowie SAP SCE für die Supply Chain Excecution (Ausführung) und SAP EWM für Extended Warehouse Management an, wobei die Erweiterung um MFS noch den Materialfluss beinhaltet. Im Bereich der Warenwirtschaft mit SAP ERP setzt sich SAP S/4HANA immer mehr durch, weil die HANA genannte In-Memory-Datenbanktechnologie über die Cloud wesentlich schnellere Analysen erlaubt.

Wie die Logistik der Zukunft aussehen könnte, erfahren Sie in diesem Artikel.

Quelle: Titelbild iStock, tiero