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30.09.2019 – Lesezeit: 2 Minuten

Human Resources / Impulse

Digitale Ethik in Unternehmen noch nicht angekommen

Die sogenannte „digitale Transformation“ verspricht effizientere Prozesse und hohe Gewinnmöglichkeiten. Die Ethik – auch in mittelständischen Unternehmen – bleibt dabei oft auf der Strecke. Das zeigt eine Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

Ethische Leitlinien erhalten im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz (KI) und Big Data eine wichtige Bedeutung. Die digitale Ethik erweitert den allgemeinen Begriff der Ethik durch wohlmeinendes Handeln in die Welt der Computer. Eine genaue Definition wird von vielen Unternehmen gerade erst geschaffen. SAP hat hierzu einen externen Beirat für den ethischen Umgang mit Künstlicher Intelligenz geschaffen.

„Für SAP ist der ethisch verantwortungsvolle Umgang mit Daten ein fundamentaler Wert“, sagt Luka Mucic, Finanzvorstand von SAP. „Wir wollen Software entwickeln, die den Weg zum intelligenten Unternehmen bereitet und das Leben von Menschen nachhaltig verbessert.“ Digitale Ethik als Wertgerüst für die digitale Transformation ist in der Wirklichkeit allerdings noch nicht voll angekommen, so eine PwC-Studie, in der Unternehmen ab 50 Mitarbeitern befragt wurden.

Ethik-Strategie mangelhaft

Lediglich jedes zweite Unternehmen gibt sich selbst gute oder sehr gute Noten beim Thema digitale Verantwortung. Unter diesen Unternehmen versteht die Mehrheit digitale Ethik allerdings vorrangig als Umsetzung von Datenschutzrichtlinien – eine umfassende Strategie fehlt den meisten Firmen.

Viele Unternehmen stehen im Zuge der Digitalisierung vor der Herausforderung kompetentes Fachpersonal zu akquirieren. Hinzu kommen ein fehlendes Problembewusstsein sowie veraltete oder inkompatible Software-Lösungen.

Standards fehlen

Um diesen Herausforderungen Herr zu werden, hat etwa die Hälfte der Befragten einen speziellen Beauftragten für digitale Ethik und Verantwortung ernannt. Das Hauptproblem ist dabei allerdings: Es sind hierzu kaum ausformulierte Standards zur digitalen Ethik und digitalen Verantwortung verbreitet, die als Leitlinie für Unternehmensentscheidungen dienen könnten. So arbeitet bislang lediglich ein Viertel der Unternehmen mit festen Ethik-Standards und einer Digitalstrategie mit Bezügen zur digitalen Ethik.

Oft nur ein Randthema

Daniela Hanauer, Partnerin und Expertin für Risk Consulting bei PwC Deutschland, bringt es auf den Punkt: „Digitale Ethik ist kein Randthema für Unternehmen. Firmen, die Regeln und Standards für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Digitalisierung aufstellen, gewinnen die Akzeptanz der Kunden und das Vertrauen der Gesellschaft. Das sichert ihren langfristigen Geschäftserfolg.“

Dr. Robert Paffen, Risk Consulting Leader bei PwC Europe und PwC Deutschland, unterstreicht: „In Zukunft wird das Thema digitale Ethik mit dem zunehmenden Grad an Digitalisierung noch an Bedeutung gewinnen. Unternehmen können die Transformation nur dann erfolgreich bewältigen, wenn sie das Vertrauen der Menschen gewinnen – durch ausformulierte ethische Leitlinien, die den verantwortungsvollen Umgang mit den persönlichen Daten und der Privatsphäre von Menschen sichern.“

Welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Wettbewerbsfähigkeiten von Mittelständlern hat, erfahren Sie in diesem Artikel.

Quelle: Titelbild pixabay, leninscape