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06.09.2018 – Lesezeit: 3 Minuten

Impulse

Diese drei Umgebungen fördern konzentriertes Arbeiten

In modernen Großraumbüros geht es oft laut zu. Für Mitarbeiter, die konzentriert arbeiten müssen, sollte es jedoch Rückzugsorte geben. Denn für manche wichtigen Aufgaben ist Ruhe einfach unabdingbar. In diesem Beitrag stellt die Mittelstand.Heute-Redaktion drei Möglichkeiten vor: Die Denkerzelle, die Bibliothek und die Nische.

Die Geräuschkulisse ist neben der Raumtemperatur der größte Störfaktor am Arbeitsplatz. Fast ein Drittel fühlt sich davon belästigt, so das Ergebnis einer Umfrage unter mehr als 3.500 Angestellten in Deutschland.

Das bekommen auch verwegene Architekten zu spüren, die mehr Wert auf Ästhetik als auf Mitarbeiterkomfort legen: Apple Park, der neue Firmensitz von Apple, ist ein riesiges Glasgebäude im Stile eines Ringes, das den Mitarbeitern eine perfekte Umgebung zur Interaktion geben sollte. Aber das kam nicht bei allen gut an. Der Hardware-Entwicklungschef schlug die Hände über den Kopf zusammen und weigerte sich gemeinsam mit seinen Mitarbeitern, das Gebäude zu beziehen. Er bestand auf abgeschlossenen Einzelarbeitsplätzen, weil nur dort die Entwickler konzentriert arbeiten könnten.

Auch in kleineren Umgebungen besteht ein Zielkonflikt zwischen Kommunikation und Konzentration. Wenn Kollegen im Großraumbüro interagieren, steigt meist auch der Lärmpegel. Dann fühlt sich mancher, der eine enge Deadline vor sich hat, erheblich gestört. Anstatt alle Mitarbeiter in einem Büro zu versammeln, sollte das Unternehmen gewisse Rückzugsorte einräumen. Dafür möchten wir drei unterschiedliche Varianten vorstellen: die Denkerzelle, die Bibliothek und die Nische.

Einzelarbeiter in der Denkerzelle

Beliebt ist die Dialogbox oder Denkerzelle in Großraumbüros – neudeutsch „Open Space“. Sie ist als abgeschlossene Glaszelle in Großraumbüros integriert. Raum-in-Raum-Systeme mit integrierter Belüftung und Beleuchtung sollen für temporäre Privatsphäre sorgen.

Konzentriertes Arbeiten in einer Denkerzelle alias Think Tank

Sobald die Mitarbeiter die Tür ihrer Denkerzelle schließen, sinkt der Geräuschpegel drastisch. Wie gut und effektiv es sich in der Denkerzelle arbeiten lässt, hängt jedoch von der Persönlichkeit ab. Für Mitarbeiter, welche zur Klaustrophobie neigen, ist die Denkerzelle natürlich ungeeignet, da sie eher klein und eng ist.

Wenn wir eine virtuelle Wanderung durch unser Büro antreten und in die Denkerzelle gehen, bemerken wir als erstes die angenehme Stille. Nach einer Weile fühlen wir uns aber ein wenig wie im Zoo, eingesperrt in einem Glaskäfig und angestarrt von den Kollegen. Ein guter Rückzugsort also für ein kurzes Brainstorming – allzu lange möchten wir uns hier aber nicht aufhalten. 

Herrliche Ruhe in der Bibliothek

Sie legen Wert auf Ruhe, wollen sich jedoch nicht völlig vor den anderen verschließen? In diesem Fall empfiehlt sich „die Bibliothek“. Dafür genügt ein ruhiger Raum mit zwei bis drei Tischen. Die Mitarbeiter müssen sich an die Spielregeln halten und dürfen nicht laut reden oder telefonieren ¬– den meisten Studenten und Akademikern sollte diese Arbeitsatmosphäre bekannt vorkommen.

Wer es öffentlich mag, bevorzugt vermutlich eine Bibliothek

Im zweiten Schritt unserer virtuellen Bürowanderung besuchen nun die besagte Bibliothek. Im Gegensatz zur Denkerzelle beruht die Stille auf der unausgesprochenen Vereinbarung zwischen den Kollegen. Aber auf persönlichen Kontakt muss man nicht ganz verzichten und hin wieder kann man sich mit einem Blick versichern, dass der andere noch da ist. Beruhigend. 

Nischen schaffen

Manche Menschen lieben die Musik und setzen sich während der Arbeitszeit lieber einen Kopfhörer auf. Sie benötigen keinen separaten Raum, um akustischen Störungen auszuweichen. Hier genügt eine Nische, in der sie auch vor visuellen Reizen geschützt sind.

Konzentriertes Arbeiten für Entwickler passiert oft in einer ruhigen Nische

Unsere virtuelle Wanderung durch die Büro-Rückzugsorte führt uns schließlich zur Nische. Eine kleine Burg, gebaut aus Sofas und Kissen. So sind wir vor neugierigen Blicken geschützt und können uns ohne Ablenkung und mit angenehmen Klängen in den Ohren auf unsere Arbeit konzentrieren.

Zusammenfassend ist gar nicht so wichtig, ob solche Rückzugsorte tatsächlich genutzt werden. Bereits der Umstand, dass das Angebot besteht, kann die Mitarbeiterzufriedenheit signifikant erhöhen. Als weiterführende Literatur sei das Buch New Workspace Playbook / Dark Horse Innovation empfohlen.

Wie Sie Ihre modernen Arbeitsplatz-Modelle sicher gestalten, erfahren Sie hier.

Quelle Fotos Titelbild/Denkerzelle/Nische: pixabay, StartupStockPhotos

Quelle Foto Bibliothek: pixabay, jarmoluk