12.02.2020 – Lesezeit: 3 Minuten

Geschäftsführung / Impulse

Deutsche Familienbetriebe verschlafen die Digitalisierung

Viele familiengeführte mittelständische Unternehmen in Deutschland verpassen den Anschluss bei der Digitalisierung, wie eine aktuelle Studie zeigt. Das gilt besonders für Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Big Data Analytics, Blockchain und Industrie 4.0.

落后, luòhòu, so lautet das chinesische Wort für rückständig oder Rückständigkeit. Wenn man Nadine Kammerland, Leiterin des Lehrstuhls Familienunternehmen an der WUH glauben darf, ist diese Phrase das Erste, was chinesischen Besuchern angesichts vieler deutscher Unternehmen einfällt.

Kammerland beobachtet in mittelständischen Unternehmen: „Chinesische Besuchergruppen wundern sich, wie rückständig viele Firmen hier sind“. Sie ist Co-Autorin einer Studie der WHU Otto Beisheim School of Management die Familienunternehmen bescheinigt, dass ihnen drohe, digital den Anschluss zu verpassen.

Existenzielle Schwierigkeiten für den Familienbetrieb

„Das geht je nach Branche noch fünf oder vielleicht auch zehn Jahre gut. Dann aber ist die Wettbewerbsfähigkeit so stark gesunken, dass es sogar existenzielle Schwierigkeiten geben kann“, schätzt Kammerland die Lage ein. Vor allem in Amerika und Asien werde konsequent in moderne IT-Systeme und Digitaltechnologien entwickelt, so die Mitautorin der Studie.

Besonderen Nachholbedarf sieht die Studie in deutschen Familienunternehmen im Blick auf zukunftsweisende Technologien wie Blockchain, KI, Big Data Analytics und Industrie 4.0. Aber auch bei vergleichsweise gängigen Technologien wie Cloud Computing und Web Analytics drohe der familiengeführte deutsche Mittelstand zurückzufallen. Die sogenannte Adoption Rate (zu Deutsch: Einsatzquote) liege dort teilweise im einstelligen Prozentbereich. Damit unterschieden sich die vorwiegend mittelständischen Unternehmen von Konzernen, die viel früher und häufiger mit neuen Technologien gearbeitet oder experimentiert haben, so Kammerland.

Problembewusstsein ja, agieren nein

Für die Studie wurden knapp 1.500 Unternehmen befragt. Als die größten Hürden werden demnach zu hoch empfundene Anschaffungs- und Einführungskosten, fehlende Spezialkenntnisse, aber auch Angst vor technischen Problemen an der Schnittstelle zwischen bestehenden Anwendungen und neuen Technologien gesehen.

Das Gros der Unternehmen weiß eigentlich um seine Probleme. „50 Prozent haben uns mitgeteilt, dass sie über die Anwendungsmöglichkeiten und das Leistungspotenzial moderner Informationstechnologie schon Bescheid wissen“, erklärt Kammerland. Wie sie sagt, scheint der Wettbewerbsdruck jedoch noch nicht groß genug zu sein, damit sich etwas tue. Damit riskierten die Unternehmen aber im schlimmsten Fall, vom Markt zu verschwinden oder übernommen zu werden.

Oft fehlt der Blick für Investition in die Zukunft

Ein typisches Problem mittelständischer Familienunternehmen ist, dass sie erst investieren, wenn sie den unmittelbaren Nutzen sehen, nicht aber die künftige Wettbewerbsfähigkeit. Für die Experten der Allfoye Managementberatung, die als Teil der All for One Group Unternehmen bei der digitalen Transformation hilft, bestätigt sich das oft in der Beratung von Familienunternehmen. In der Praxis hätten die Kollegen aber auch schon viele Familienunternehmen von der Notwendigkeit neuer Technologien überzeugen können, damit sie auch noch morgen wettbewerbsfähig sind.

Partner in der Digitalisierung

Die All for One Group hat sich als führende IT- und Consulting-Gruppe im DACH-Raum stets bewahrt, mit dem Mittelstand auf Augenhöhe zu sein. Sie hat sich daher in dem Segment in den zurückliegenden mehr als 60 Jahren zum führenden IT-Dienstleister im deutschsprachigen Raum entwickelt. Das stark gewachsene Portfolio umfasst mit hoher vertikaler und horizontaler Tiefe Beratung und Lösungen für die unterschiedlichsten Branchen. Dabei gewinnt im Mittelstand auch der unter dem Begriff „New Work“ zusammengefasste Bereich Workspace of the Future und agiles Arbeiten mit neuen Methoden zunehmend an Bedeutung.

Mehr Information zu den New-Work-Workshops der All for One Group

Wie die deutsche Regierung den Weg für die Digitalisierung im Mittelstand vorantreiben möchte, erfahren Sie in diesem Artikel.

Quelle: Titelbild piaxabay, gumigasuki