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08.07.2019 – Lesezeit: 3 Minuten

Geschäftsführung / Technologie

Wie Sie Dark Data für Ihr Unternehmen nutzen

Dark Data klingt wie Daten aus dem Darknet. Tatsächlich handelt es sich um erfasste, aber ungenutzte Daten, die bei großen Datenmengen zusammenkommen und die oft über mehrere Systeme verteilt sind. Dieses „Big Data“ kann jedoch wichtige Informationen enthalten. So profitiert auch Ihr Unternehmen von diesen Daten.

Es gibt sie noch, die Funktion „Laufwerke defragmentieren“. Die älteren Semester werden sich noch gut daran erinnern, wie nützlich sie oft war, um den PC wieder auf Trab zu bringen. Dabei werden weit verstreute Datenblöcke so zusammengefügt, dass sie logisch aufeinander folgen.

Dark Data bezeichnet das Phänomen der sogenannten Massenfragmentierung von vielen Sekundärdaten, die in Backups und Archiven, mannigfaltigen Kopien auf Datenträgern oder in der Cloud vor sich hinschlummern. Ein Treiber der Entwicklung ist die unermesslich gestiegene Datenflut, die sich über verschiedenste Standorte, Infrastrukturen, Server und Managementsysteme ergießt.

80 Prozent Sekundärdaten

Wie es bei IT-Zoom heißt, sind 20 Prozent der Daten in einem Unternehmen von Service Level Agreements (SLAs) getrieben, sprich sie müssen mit entsprechend geringen Latenzen (Wartezeiten) für primäre Workloads zur Verfügung stehen. Rund 80 Prozent der Daten sind nicht SLA-getrieben und spielen als Sekundärdaten keine große Rolle innerhalb des Unternehmensbetriebs.

Der Datendurchsatz dagegen schon, denn es handelt sich in der Regel um die bereits genannten Backups und Archive sowie Daten aus Objektspeichern, Test- und Entwicklungssystemen, Data-Analytics-Lösungen (Stichwort: Big Data) sowie aus verschiedenen Anwendungen in der Cloud – vornehmlich über die großen Cloud-Hyperscaler AWS, Microsoft (Azure) und Google.

Die exponentiell ansteigende Datenmenge und isolierte Management-Tools mit verschiedenen Verantwortlichen machen es nahezu unmöglich, die – auch Dark Data genannten – vielen Informationen zu lokalisieren, geschweige denn zu verwalten und zu nutzen. Für Anwendungen wie Machine Learning und andere Analyseverfahren könnten sie aber immer noch von hohem Wert sein. Hinzu kommen die durch die DSGVO und andere Vorgaben gestiegenen Anforderungen in puncto Compliance.

90 Prozent der Sensordaten ungenutzt

Die wachsende Zahl an Sensoren für das Industrial Internet of Things (IIoT) tun ihr Übriges. Eine IBM-Studie ist schon zu der Erkenntnis gekommen, dass rund 90 Prozent der – durch die meisten Sensoren und Analog-Digital-Umsetzer – generierten Daten nie genutzt werden, wobei sich 60 Prozent der Datenverluste in Millisekunden abspielten.

Einer Studie von Vanson Bourne über den Sekundärdaten-Markt zufolge, denken fast 90 Prozent der 900 befragten IT-Entscheider in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Australien und Japan, dass sie mit Blick auf die Mass Data Fragmentation aktiv werden müssten. Denn andererseits drohten Gefahren für die Wettbewerbsfähigkeiten und den Umsatz sowie Compliance-Risiken.

Treibende Faktoren der Mass Data Fragmentation

Als treibende Faktoren für die wachsende Datenfragmentierung sieht die Studie unter anderem die stetige Zunahme von Datenkopien. So hätten 63 Prozent der Unternehmen vier bis 15 Kopien derselben Daten. Hinzu kommt die zunehmende Verteilung der Daten auf verschiedenen Silos und Standorte. So gaben 35 Prozent der Befragten an, dass für das Management aller Sekundärdaten sechs oder mehr unterschiedliche Lösungen genutzt würden, bei zehn Prozent der Unternehmen waren es sogar zehn und mehr. 85 Prozent der Befragten speichern Daten in zwei bis fünf Public Clouds, 16 Prozent sogar in vier und mehr. In 74 Prozent der Fälle werden noch alternative oder redundante Kopien in derselben oder einer anderen Public Cloud vorgehalten.

Fast neun von zehn Unternehmen halten das Lösen der Herausforderungen puncto Data Mass Fragmentation für wichtig, sehr wichtig oder extrem wichtig.

Datenfragmentierungen können extrem personal- und kostenintensiv werden und an den ohnehin knapp bemessenen Budgets nagen. Ohne geeignete Tools glaubt die Mehrheit der Befragten, dass ihre Teams künftig mehr Zeit für die Verwaltung sekundärer Anwendungen und Daten aufwenden müssen. Im Schnitt rechnen sie mit 16 Wochen mehr im Jahr. Mehr als die Hälfte der IT-Entscheider rechnet damit, dass durch die Ausgaben für eigentlich unnötigen Speicherplatz ihre Budgets überschritten würden.

Lösungen zum Ausheben des wertvollen Schatzes

Als eine Möglichkeit, um der zunehmenden Datenfragmentierung Herr zu werden, gibt es den Aufbau einer einheitlichen Plattform für Sekundärdaten. Die Idee ist dabei, die sekundären Speichersilos auf einer hyperkonvergenten, webbasierten Datenplattform zu konsolidieren. Wenn die Daten schon beim Einspielen identifiziert werden, würde das das spätere Wiederauffinden und die Nutzung erleichtern sowie helfen, Compliance-Probleme vermeiden.

Die avantum consult AG, ein Unternehmen der All for One Group, hilft Unternehmen als Spezialist für Business Analytics in Deutschland, Österreich und der Schweiz, ihre wertvollen Daten zu nutzen und diese aus verschiedenen Silos zu konsolidieren.

„Wir wissen um das Problem der Datenfragmentierung in Unternehmen und bieten im Bereich Data Management entsprechende Lösungen an, um die wachsende Menge von Sekundärdaten zusammenzuführen, analysieren und auswerten zu können“, so Christoph Mertens, Manager bei der avantum consult AG und Leiter des Competence Centers Betriebswirtschaftliche Konzepte & Advanced Analytics. „Als Anbieter leistungsstarker Lösungen auf Basis von IBM und SAP, haben wir bereits zahlreichen Kunden aus dem gehobenen Mittelstand und Großkundensegment geholfen, ihre wertvollen Datenschätze aus IoT-Steuerungssystemen und anderen Anwendungen zu bergen.“

Welche Erfolgsfaktoren Sie beim Thema Planning Analytics unbedingt auf dem Schirm haben sollten, erklärt Stefan Brauer, Competence-Center-Leiter bei der avantum consult AG, im Expertenbeitrag.

Quelle: Titelbild pixabay, markusspiske / Grafik Mittelstand Heute