Titelbild-Corporate-Learning-Mann-Tablet-surfen-shutterstock-GaudiLab

23.08.2018 – Lesezeit: 4 Minuten

Human Resources / Impulse

Mit Corporate Learning und digitalen Lernformaten punkten

Die Arbeitswelt 4.0 eröffnet völlig neue Möglichkeiten des Corporate Learning. Das haben auch kleine und mittelständische Unternehmen erkannt und setzen vermehrt auf digitale Lernformate.

E-Learning lässt sich nämlich nicht nur besser an betriebliche Abläufe anpassen; Mitarbeiter lernen bei größtmöglicher Flexibilität auch schneller, kollaborativer und individueller. Schulungen vor Ort sind dagegen häufig zu kostenintensiv: Es entstehen höhere Ausfallkosten und -zeiten. Ein Grund mehr, warum HR-Verantwortliche die Top 10 Trends des Corporate Learning kennen und einsetzen sollten.

Die Top 10 Trends des Corporate Learning

1. Blended Learning

Auch wenn Blended Learning kein neuer Trend ist, hat sich dieses flexible und hybride Lernformat in vielen Unternehmen etabliert. Es kombiniert Präsenzveranstaltungen mit virtuellen Anteilen aus dem Online-Bereich und spricht damit auch ältere Generationen an, die so Schritt für Schritt zum digitalen Lernen hingeleitet werden können. Es vermittelt Fachwissen, aber auch kooperative Kompetenzen und passt sich damit ideal dem jeweiligen Bedarf an. Weil Blended Learning den Lernprozess erweitert und unterschiedliche Settings verknüpft, fördert dies den nachhaltigen Aufbau von Wissen – vor allem, wenn Elemente des Micro Learning begleitend zum Einsatz kommen.

2. Micro Learning

Micro Learning orientiert sich an der relativ kurzen Aufmerksamkeitsspanne von Menschen und nutzt diese effektiv. Denn dabei werden Inhalte in leicht zu verarbeitende Teile zerlegt und bei minimalem Zeitaufwand aufgenommen: Kurztexte aus Infografiken oder Twitter-Posts können auch während eines gewöhnlichen Arbeitstages gelesen werden und erleichtern so das Lernen im Berufsalltag.

3. Mobiles Lernen

Wartezeiten werden dank Mobile Learning zu Trainingszeiten, wenn Mitarbeiter mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets nutzen. Für kürzere Zeitspannen lässt sich dieses Lernformat mit Micro Learning kombinieren, um größere Lerneffekte zu erzielen. Dahinter steckt das Konzept, in jedem Setting flexibel und spontan lernen zu können. Mit einem Zugang zu sozialen Medien unterstützen Unternehmen zudem den Wissensaustausch.

4. Social Media

Wissenstransfer durch soziale Vernetzung fördert nicht nur das selbstbestimmte Lernen, es macht die Lernerfahrung auch zu einer gemeinsamen Aktivität. Und es begünstigt das soziale Miteinander in Form von Diskussion und Austausch – ob über soziale Medien wie z. B. XING, LinkedIn oder Facebook, Blogs, Wikis oder Micro-Blogging-Dienste. Mitarbeiter können gemeinsam mit ihren Kollegen Inhalte erstellen, bearbeiten und ihr Knowhow direkt zur Verfügung stellen.

5. Micro Blogging

Informelle Micro Blogging-Anwendungen wie Twitter basieren grundsätzlich auf einer asynchronen Kommunikation ohne Verzögerung. Sie erweitern das Spektrum der Lernaspekte und unterstützen den Austausch sowie die Transparenz von Wissen, das hierbei knapp vermittelt und präzise auf den Punkt gebracht werden muss.

6. Web Based Training

Web Based Training ist ein Lernformat, das fast ausschließlich auf Online-Technologie basiert. Lernprozesse und Weiterbildungen laufen dabei über Web Trainings, wobei die Daten von einem Webserver online mittels Internet oder Intranet abgerufen werden können. Multimediale Online-Schulungen und -Prüfungen vermitteln und fragen Wissen der Mitarbeiter ab. Häufig begleitet das Training ein Tutor bzw. Experte, der nicht nur den Austausch der Lernenden untereinander ermöglicht, sondern auch Fragen zum spezifischen Themengebiet beantwortet. Der Vorteil für KMU: Mittels Web Based Training können sie ihre Mitarbeiter schnell und kostengünstig qualifizieren und weiterbilden, weil es sich orts- und zeitunabhängig umsetzen lässt.

7. Virtuelle Klassenräume

Virtuelle Klassenräume sind Web Conferencing Tools. Sie lassen sich als eine Form des Web Based Trainings für synchrone E-Learnings wie z. B. bei Webinaren einsetzen und ermöglichen damit die Wissensvermittlung in Echtzeit. Sie verknüpfen Audio-Konferenz, Text-Chat und interaktive Whiteboards. Die Videoübertragung ist hierbei wie bei Präsenzveranstaltungen nicht mehr einseitig, sodass Teilnehmer kollaborativ lernen können.

8. Videobasierte Lernformen

Videobasierte Lernformen eignen sich dazu, komplexe Sachverhalte durch die Unterstützung von Bild und Ton verständlicher zu vermitteln. Wenn Videos online abrufbar sind, können Mitarbeiter zeit- und ortsunabhängig darauf zugreifen, ihr Lerntempo individuell steuern und ihre Lernfortschritte selbst vorantreiben. Dadurch können sie auch schwierige Themen leichter erfassen und bei Bedarf in einzelne Lerneinheiten aufteilen.

9. Simulationen

Simulationen bilden Entscheidungs- und Geschäftsprozesse mittels Virtual Reality realitätsnah ab (Quelle: iStock/ PeopleImages).

Es gibt Situationen in der Arbeitswelt, bei denen es auf sicheres und schnelles Handeln ankommt – wie z. B. im Krisenmanagement. Um Mitarbeiter auf solche Situationen besser vorzubereiten, kommen Simulationen zum Einsatz. Diese nutzen interaktive Visualisierung, erweitern oder simulieren damit reale Szenarien mittels Technologien wie Augmented Reality oder Virtual Reality und übertragen sie in die digitale Welt. Für Mitarbeiter wird dadurch ein Perspektivenwechsel einfacher, der z. B. auch bei der Einführung unternehmensrelevanter Produkte oder Konzepte hilfreich ist. KMU können durch Simulationen Entscheidungs- und Geschäftsprozesse realitätsnah abbilden und so deren Folgen früher erkennen.

10. Game Based Learning

Wenn Verkaufsteams anhand von Videospielen geschult werden, wird das Lernen praxisnaher, spielerischer, unterhaltsamer und effizienter. Lernende können sich auch theoretische Inhalte besser merken und im Berufsalltag einfacher umsetzen. Game Based Learning ist damit eine Methode, die Weiterbildung mit positiven Erfahrungen und Erlebnissen verbindet.

Corporate Learning als Erfolgsfaktor

Diese Trends und Methoden unterstützen Unternehmen dabei, sich als lernende agile Organisation zu entwickeln und auf informelle Lernphasen zu setzen, die sich zudem mit formellen Lernmethoden verbinden lassen.

Um die neuesten digitalen Entwicklungen des Corporate Learning zu nutzen, benötigen KMU einerseits eine kompatible Software, wie sie z.B. SAP SuccessFactors Learning bietet. Denn diese ist nicht nur mit den E-Learning-Tools kompatibel, sondern unterstützt auch dabei, formelle Lernangebote zu informellen, kollaborativen Erlebnissen weiterzuentwickeln. Eine zentrale Plattform verwaltet dabei alle Lerninhalte, externe Anbieter für Lernangebote und ermöglicht es, Schulungen an Mitarbeiter zuzuweisen, Trainings zu evaluieren oder Zertifizierungen zu erwerben.

Andererseits ist es mit der Wahl des geeigneten Lernmanagementsystems noch nicht getan: Um nachhaltige Lernerfolge zu erzielen, sollten KMU Lerninhalte so aufbereiten oder erstellen, dass diese mit Lernformaten kompatibel sind, die zu ihrem Geschäftsmodell passen und sowohl aktuellen als auch zukünftigen Entwicklungen standhalten.

 

Quelle Titelbild: shutterstock/GaudiLab