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30.12.2017 – Lesezeit: 3 Minuten

Prozesse / Technologie

Cloud-Native Applications sind die Zukunft der Softwareentwicklung

Was sich in den letzten Jahrzehnten von einfacher Server-Client-Architektur zur Virtualisierung entwickelt hat, ist bereits seit Jahren in den Oberbegriff Cloud gemündet. Die Bereitstellung von Speicherplatz und Rechenleistung sind dabei nur zwei Aspekte, während Services in der Cloud immer wichtiger werden. Warum das so ist und was es mit Cloud-Native Applications auf sich hat, möchten wir hier näher beleuchten.

Die klassische Softwareentwicklung funktionierte bisher nach dem Prinzip, eine on-premise Lösung zu entwickeln und als Anwendung per Download oder früher noch auf Speicherträgern auszuliefern. Sowohl die Verifizierung mit einem Key und von Lizenzen als auch die Auslieferung von Softwareupdates laufen da bei vielen Unternehmen noch nach altbewährtem Prinzip.


Dieser Beitrag richtet sich an:

● CIOs, die bei ihrer Software für mehr Geschäftsagilität sorgen und auf Dauer die Kosten senken wollen
● Software-Architekten, die ihre Anwendungen von einer klassischen in eine moderne Entwicklungs- und Präsentationsumgebung in der Cloud wechseln wollen
● Entwickler, die neue Ansätze beim Software-Development umsetzen und ihre Apps fit für die Zukunft machen wollen


Es gibt bereits seit vielen Jahren zahlreiche Apps, die in der Cloud laufen und inkrementell mit Patches und Features versorgt werden, ohne dass der Nutzer sich darum kümmern muss. Die Business-Suite Google Apps ist da ein Beispiel, bei dem der Nutzer gar nicht mitbekommt, wenn in Googles Cloud am Programmcode Änderungen stattfinden, es sei denn es sind Funktionen für den Nutzer selbst. Dies nennt man auch Continuous Delivery, also Updates ohne Bündelung als Releases, wie man sie von traditioneller Software kennt.

App-Entwicklung wandert in die Cloud

Diesen Ansatz des Software-Developments nutzen in den letzten Jahren immer mehr Unternehmen, die entweder bestehende Anwendungen in eine Infrastructure as a Service wie Amazons AWS migrieren, oder ihre Apps direkt in der Cloud entwickeln, die man dann als Cloud-Native Applications bezeichnet (CNA). Einem aktuellen Report von Capgemini nach sind 15 Prozent aller neu entwickelten Anwendungen Cloud-native, 2020 wird es bereits jede dritte App sein.

Die befragten 900 Cloud-Experten des Reports gaben zu 74 Prozent an, dass ein nativer Cloud-Ansatz die Agilität des Geschäfts steigert, also genau den entscheidenden Vorteil gegenüber klassischer in-house entwickelter Software bietet, die oft zu starr für die moderne Arbeitswelt und die Wünsche der Nutzer ist.

Die Umsetzung solcher CNAs bietet sich dabei aus mehreren Gründen auf einer Plattform an, deren Integration in die Unternehmens-IT-Landschaft Dienstleister wie All for One Steeb anbieten. Eine Platform as a Service (PaaS) sorgt für hohe Flexibilität bei der Skalierbarkeit, falls zusätzliche Ressourcen beim Development oder im laufenden Betrieb benötigt werden.

Platform as a Service als Grundlage für Cloud-Native Applications

Wichtiger sind aber die Schnittstellen zu anderen Services, die eine Plattform in der Cloud bietet. Diese bilden die Grundlage für CNAs, da sie die Integration von Schnittstellen und Frameworks sowie Containerisierung und Micro-Services zur schrittweisen Implementierung mitbringen. Solche Services können Funktionen künstlicher Intelligenz, Analytics, ganz einfache Dokumentverarbeitung oder vorkonfigurierte IoT-Dienste sein. Solche Services lassen sich dann relativ einfach in der App als Funktion implementieren.

Ein weiterer, erfreulicher Nebeneffekt ist die Kostenersparnis sowohl bei der Entwicklung als auch im Folgenden beim Betrieb einer solchen App. Sie muss nicht erst “fit” für die Cloud gemacht und vor Ort auf privaten sowie auch auf Servern in der Wolke gewartet werden, sondern entsteht auf Basis einer entsprechenden Plattform. Cloud-native also.

Quelle: Evernine

Fachkräftemangel stellt große Herausforderung dar

Während die Vorteile auf technischer Seite relativ schnell deutlich werden, ist die Einführung einer solchen Strategie gar nicht so einfach. Im Bereich von Cloud-Entwicklung herrscht etwa akuter Fachkräftemangel, der in den letzten Jahren noch weiter zugenommen hat. Das Metajobsuchportal Joblift hat im Juli dieses Jahres bei den Analysen seiner Jobangebote festgestellt, dass sich die Zahl der unbesetzten Stellen im Bereich Cloud in einem Jahr verdoppelt hat.

Zudem blieben die entsprechenden Jobangebote im Durchschnitt 25 Prozent länger online als andere, branchenübergreifende Inserate, was deutlich auf einen Fachkräftemangel in dem Bereich hinweist. Andererseits wissen die Unternehmen oft auch nicht, welche Experten für die Cloud-Entwicklung sie genau brauchen, denn weniger als die Hälfte aller Anzeigen in diesem Bereich macht genaue Angaben zur geforderten Ausbildung und den spezifischen Anforderungen.

Hier sollten die Firmen eine entsprechende Cloud-native Strategie entwickeln, mit der sie dann Talente anwerben und ihr bestehendes Geschäftsmodell graduell weiterentwickeln können. Die Devise sollte im Grunde von jetzt an “Cloud First” lauten und auf lange Sicht zu “Cloud Only” wechseln.

 

Quelle Titelbild:  gilaxia/iStock