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04.03.2019 – Lesezeit: 2 Minuten

Geschäftsbereiche / Geschäftsführung

Führungskräfte sollten sich „Executive Time“ gönnen

Donald Trump pflegt seinen eigenen Führungsstil und nimmt sich gerne die sogenannte „Executive Time“. Auch wenn Trump oft in der Kritik steht, stellt sich die Frage: Sollten sich Führungskräfte an dieser Stelle etwas vom US-Präsidenten abschauen?

Über US-Präsident Trump wird gern gelästert, auch von seinen eigenen Mitarbeitern. Vor kurzem hat ein interner Leak offenbart, dass Trump oft für sich „Executive Time“ in Anspruch nimmt, also Zeit, in der er keine Termine annimmt. Hinter vorgehaltener Hand wird getuschelt, dass er diese Zeit mit Cheeseburgern, Fritten, Fernsehen und Twittern verbringt. Generell sollten sich auch Führungskräfte im Mittelstand die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, von einem Termin in den nächsten zu hetzen – oder sich stattdessen „Blocker“ zum Abschalten und Nachdenken einzuräumen.

Trump hat seinen eigenen Führungsstil

Der Management-Berater Werner Kreuz erklärte in einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung, dass er Trumps Führungsstil gar nicht so schlecht findet: „Etwas Entscheidendes macht er richtig: Er hat seinen eigenen Stil gefunden. So hat er einmal gesagt: Ich habe immer etwas anderes gemacht, als man von mir erwartet hat. Das kann in bestimmten Situationen durchaus ein erfolgreiches Management-Prinzip sein.“

Kreuz rät dazu, dass sich Manager jeden Tag zwei Stunden Zeit für konzentrierte Arbeit freihalten sollten. Er weist auf die Gefahren eines allzu vollen Terminkalenders hin: „Wenn Manager von einem Termin zum anderen hetzen müssen, machen sie etwas falsch. Sie haben keine Zeit, sich auf das nächste Thema einzustellen, sind dann meist unvorbereitet und kommen womöglich auch noch zu spät. Dadurch sind Sitzungen ineffizient, dauern länger, und die erzielten Ergebnisse sind nicht optimal. Zwischen jedem Meeting sollten mindestens zehn Minuten liegen, idealerweise eine halbe Stunde.“

Bewusste Entscheidungen treffen

Der Produktivitäts- und Zeitmanagementexperte Ivan Blatter stößt ins gleiche Horn: „Es geht darum, bewusste Entscheidungen zu treffen. Wir lassen uns zu häufig treiben, wir lassen uns zu häufig unterbrechen. Und heute ist es eine ganz große Kunst bewusst zu entscheiden, was ich tun will und damit gleichzeitig auch, was ich eben nicht tun will.“

60-Stunden-Woche: Fluch oder Segen?

Alexander Groth, Lehrbeauftragter für Leadership an den Universitäten München und Stuttgart sowie für Change Management und Rhetorik an der Universität Mannheim, erklärt: „Heute sind die Manager, als Mitglied der Oberschicht, die modernen Arbeitssklaven. Statt zu merken, wie eindimensional ihr Leben geworden ist, brüsten sich viele mit ihrer 60-Stunden-Woche. Ob man Zeit für sich selbst, Freunde und Muße hat, ist aber keine Frage von Zeitmanagement, wie die meisten glauben, sondern von grundsätzlichen Lebensentscheidungen.“ Und wenn diese Entscheidung zu Fritten und Twittern führt, dann bekommt die Executive Time sogar noch einen nützlichen Anstrich.

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Quelle: Titelbild pixabay, Ajale