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22.10.2018 – Lesezeit: 2 Minuten

Geschäftsführung / Impulse

Was ist Ihr Chef: Stratege oder Mikromanager?

Viele Führungskräfte stellen sich die Frage nach der eigenen Rolle. Sollen sie sich um jedes Detail selbst kümmern oder versuchen, sich überflüssig zu machen? Eine Lösung, die in beiden Fällen weiterhilft, ist die Weiterentwicklung der Mitarbeiter.

Gute Chefs machen den Unterschied aus: Steve Jobs (Apple), Bill Gates, Satya Nadella (beide Microsoft), Dietmar Hopp oder Hasso Plattner (beide SAP) sind Beispiele für Führungskräfte, die ihr Unternehmen zum Erfolg geführt haben oder immer noch führen. Viele erfolgreiche Chefs sind fordernd und setzen das Wort „unmöglich“ auf die schwarze Liste. Erfolgreiche Führungskräfte, wie die zuvor genannten, sind oftmals keine Kuscheltypen, sondern ziemlich „geradlinig“ im Umgang mit ihren Mitarbeitern Es gibt verschiedene Typen von Führungskräften, die allesamt sehr vielschichtig sind. Grob lässt sich die Hauptunterscheidung in Stratege und Mikromanager differenzieren.

Zwei Chef-Typen

Der Stratege hält Abstand zum Tagesgeschäft und ist auch für die eigenen Mitarbeiter nur schwer erreichbar. Das schafft Distanz und ermöglicht die Konzentration auf übergeordnete Fragen. Der Stratege läuft allerdings oft Gefahr, nicht zu wissen, was in seinem Unternehmen eigentlich vorgeht. Viele Strategen verlassen sich auf nur wenige Ansprechpartner aus dem oberen und mittleren Management.

Der Stratege bleibt meist im Hintergrund.

Auf der anderen Seite steht der Mikromanager: Er möchte sich am liebsten um alles selbst kümmern und sieht seinen Angestellten gerne direkt über die Schulter. Mikromanager handeln gerne nach dem Motto „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“.

Der Mikromanager betreibt Mikromanagement

Das wird oft von Angestellten als überzogen angesehen. Mikromanager können nur schwer damit umgehen, sobald sie die Direktsteuerung durch Termine, Urlaub und Krankheit zeit- und zwangsweise aufgeben müssen. Sie haben Schwierigkeiten damit, Aufgaben zu delegieren. Allerdings gibt es hierbei kein „gut“ oder „schlecht“. Beide Vorgesetztentypen können durchaus erfolgreich ihr jeweiliges Unternehmen steuern.

Mitarbeiter weiterentwickeln

Falls Sie selbst gezwungen sind, für eine gewisse Zeit loszulassen, sollten Sie vorbereitet sein. Überwinden Sie sich und gestehen Sie sich ein, dass Sie nicht immer überall präsent sein können. Haben Sie Vertrauen zu Ihren Mitarbeitern und helfen Sie ihnen dabei, Kompetenz aufzubauen und selbständig zu agieren. Gewöhnen Sie sich daran, sich selbst zurückzunehmen. Identifizieren Sie diejenigen unter ihren Angestellten, die überdurchschnittliches Potenzial haben. Diese sollten in erster Linie verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen und für höhere Positionen vorbereitet werden. Das wird einige Zeit dauern und Fehler können passieren. Akzeptieren Sie dies und suchen Sie gemeinsam Lösungen.

Die Dosierung macht's

Wie bereits erwähnt, muss Mikromanagement nicht schlecht sein. Oft ist ein Chef, der bereit ist, anzupacken und sich um vieles selbst zu kümmern, entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens. Stattdessen ist es oft hilfreich, wenn Sie lernen, zu dosieren. Suchen Sie sich Bereiche heraus, in denen Ihr persönliches Engagement wirklich von entscheidender Bedeutung ist. Nehmen Sie nach und nach mehr Abstand vom Tagesgeschäft und machen Sie sich Gedanken über strategische Fragen. Mikromanagement hat zu Unrecht einen schlechten Ruf. Aber wie in vielen Bereichen bestimmt die Dosis den Unterschied zwischen Arznei und Gift.

Letztlich entscheidet der Erfolg darüber, ob ein Führungsstil für ein bestimmtes Unternehmen geeignet ist oder nicht. Auch Steve Jobs wurde 1985 bei Apple aus dem Unternehmen gedrängt, bevor er 1996 zurückkehrte und die Firma mit einer neuen Strategie zu ungeahnten Höhen führte. Er war sowohl Stratege als auch Mikromanager, der sich um viele Produktdetails selbst kümmerte.

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Quellen: Titelbild pixabay, jarmoluk / Stratege, Mikromanager (beide pixabay, rawpixel)