Titelbild-Senior-Boss-Chef-Office-Büro-Krawatte-Bestager-Best-Ager-pexels-834863-bruce-mars

25.02.2019 – Lesezeit: 2 Minuten

Geschäftsbereiche / Geschäftsführung

Best Ager setzen auf agile Arbeitsmethoden

Führungskräfte sehen sich auch im gesetzten Alter auf der Höhe ihres Schaffens und setzen auf agile Methoden. Eine neue Studie der Hochschule Augsburg zeigt aber: Wunsch und Wirklichkeit klaffen stellenweise auseinander.

In Zeiten des Fachkräftemangels setzen Unternehmen häufig auf die Expertise älterer Mitarbeiter. Eine Studie der Hochschule Augsburg und borisgloger consulting hat nun die Selbsteinschätzung der Best Ager – im Rahmen dieser Studie die Generation „40 Plus“ – ins Blickfeld genommen und analysiert. Ergebnis: Fast 90 Prozent der 534 befragten Fach- und Führungskräfte im Alter zwischen 40 und 65 bewerten ihre Arbeitsfähigkeit als gut oder sehr gut. Die Älteren würden gerne ihr Wissen weitergeben und als Mentoren fungieren, allerdings sieht die jüngere Generation ihre älteren Kollegen eher kritisch. Die Älteren können in den Augen der Jungen lediglich mit Zuverlässigkeit, Genauigkeit und Teamfähigkeit punkten. Motivation, Modernität und Innovation gelten dagegen als Privilegien der Jugend. Gleichzeitig entsteht eine Diskussion zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung.

Lange Arbeitszeit und Meetings sorgen für Stress

Für Führungskräfte sind mehr als 50 Stunden Wochenarbeitszeit keine Seltenheit. Arbeit am Abend und am Wochenende gehört oft zu Normalität. Die Begeisterung darüber hält sich bei den Befragten aber in engen Grenzen: Weit mehr als 80 Prozent derjenigen, die mehr als 45 Stunden pro Woche im Einsatz sind, wollen weniger arbeiten.

Weniger und kürzere Meetings sind gefragt

Wenn es nach den Befragten ginge, sollte auch das Meeting-Aufkommen dringend reduziert werden: 83 Prozent sind mit der derzeitigen Meeting-Kultur unzufrieden. Gefordert werden effizientere und kürzere Meetings. Der Arbeitszeitbedarf für Meetings ist trotz Digitalisierung und agilen Arbeitsformen seit 2015 stark gestiegen. Aber immerhin bewerten vier von fünf Befragten agile Arbeitsmethoden wie Scrum oder Kanban positiv. Was das ist, lesen Sie hier.

Agil arbeiten macht froh

Das Konzept des agilen Arbeitens kommt ursprünglich aus der Software-Entwicklung. Mittlerweile geht es darum, dass sich das ganze Unternehmen auf agile Arbeitsweisen einstellt, um mit dem Veränderungsdruck mitzuhalten. Scrum und ähnliche Methoden werden nicht mehr nur in der Softwaretechnik, sondern überall eingesetzt. Es geht darum, iterativ und schnell zu planen und mittels sogenannter Sprints immer nur den nächsten Schritt ins Auge zu fassen. Ein gefasster Plan kann so schnell und unkompliziert auf veränderte Gegebenheiten angepasst werden. Da in kleinen Teams gearbeitet wird, ist die persönliche Interaktion wichtig. Dies erhöht die Mitarbeitermotivation.

Allfoye fokussiert Veränderungsprozess

Die Managementberatung Allfoye hat sich auf die Fahnen geschrieben, durch verbesserte Agilität die bisher eher negativen Erfahrungen der Führungskräfte ins Positive zu wenden. Dr. Thomas Fischer, Geschäftsführer der Allfoye Management Beratung GmbH, erklärt, dass Agilität kein Selbstzweck sei, sondern dazu diene, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Allfoye rät Unternehmen dazu, einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen, um die Agilität zu steigern. Agiles Denken, Tools und Methoden sollten in der Organisation verankert und aktiv vorgelebt werden. Agilität und Digitalisierung gehen Hand in Hand. Es geht immer darum, mit technologischen und kulturellen Änderungen die Zufriedenheit und Effizienz der Mitarbeiter zu verbessern und damit den Unternehmenserfolg voranzubringen. Und das ist keine Frage des Alters.

Mehr zum Trendthema Agilität finden Sie in diesem Beitrag von Mittelstand Heute.

Quellen: Titelbild pexels, Bruce Mars / Meeting iStock, Rawpixel