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25.09.2019 – Lesezeit: 2 Minuten

Human Resources / Impulse

Azubis fühlen sich digital schlecht ausgebildet

Berufsschulen und Ausbildungsstätten sind noch nicht gut genug auf die digitale Ausbildung ausgerichtet. Entsprechend mangelhaft sind die Talente auf die digitale Berufswelt vorbereitet, wie der Ausbildungsreport 2019 zeigt.

Die junge Generation wächst mit der digitalen Welt auf. Chats, Smartphones und Social Media sind für sie selbstverständlich. Bei der Vorbereitung auf die Arbeitswelt gibt es aber noch Defizite. Nur 54 Prozent der Jugendlichen sehen sich während ihrer Ausbildung gezielt darauf vorbereitet, digitale Technologien auch zu nutzen. Dies geht aus dem „Ausbildungsreport 2019“ des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) hervor.

Berufsschulen mit Nachholbedarf

Die Situation an Berufsschulen zeigt deutlichen Handlungsbedarf. So beurteilen lediglich 34,9 Prozent der Befragten die digitale Ausstattung ihrer Berufsschule mit „sehr gut“ oder „gut“. Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass sich über zwei Drittel der Befragten an ihrer Berufsschule nicht auf die digitalen Medien und Technologien der Arbeitswelt vorbereitet sieht.

Nur etwa jeder Dritte fühlt sich mindestens gut digital vorbereitet

Auffällig ist, dass viele Auszubildende mit fortschreitender Dauer der Ausbildung skeptischer werden im Hinblick auf ihre Vorbereitung auf die digitale Arbeitswelt. Nachdem im ersten Ausbildungsjahr sich noch drei Viertel der Azubis durch ihre Ausbildung gut auf die Anforderungen der Digitalisierung in der zukünftigen Arbeitswelt vorbereitet sehen, sinkt dieser Anteil bis zum dritten bzw. vierten Lehrjahr kontinuierlich auf zuletzt nur noch gut 60 Prozent.

„Diese Zahlen machen uns Sorge“, sagte DGB-Vize Elke Hannack bei der Vorstellung des Reports. „Berufsschulen und Betriebe müssen gleichermaßen besser werden. Die Mittel aus dem Digital-Pakt von Bund und Ländern müssen auch an den beruflichen Schulen ankommen.“

Unterschiede zwischen den Berufen

Zwischen den untersuchten Ausbildungsberufen gibt es zum Teil deutliche Unterschiede. Während die angehenden Fachinformatiker, Bankkaufleute und Steuerfachangestellten zu mehr als 90 Prozent Aspekte der Digitalisierung und Automatisierung als wichtig oder sogar sehr wichtig einschätzen, ist von den Köchen, Malern und Lackierern nur etwa jeder Zweite dieser Ansicht.

Die Nutzung von Apps (Lern-Apps, Apps für das Berichtsheft, Apps zur Zeiterfassung) in der Ausbildung scheint insgesamt noch nicht besonders weit verbreitet zu sein. Nur etwa ein Fünftel der Befragten gab an, Apps in der Ausbildung zu nutzen.

Problem längst nicht erkannt

Die Studienautoren ziehen das Fazit, dass die Relevanz der Themen Digitalisierung und Automatisierung in der Ausbildung noch längst nicht von allen Betrieben und in allen Branchen erkannt worden sind. Über die unmittelbare fachliche Bedeutung für den jeweiligen Beruf hinaus ist es für die Auszubildenden von großer Bedeutung, adäquat auf die künftigen Anforderungen der Digitalisierung und Automatisierung in der Arbeitswelt vorbereitet zu werden. Sie müssen die Chance bekommen, die dazu notwendigen Kompetenzen im Zuge ihrer Ausbildung zu erwerben.

Blickt man auf die Studienergebnisse, wundert es nicht, dass der Bedarf nach Weiterbildungen während des Jobs enorm ist. Welche Weiterbildungsmaßnahmen beispielsweise zum Thema KI angeboten werden, erfahren Sie in diesem Artikel.

Quelle: Titelbild pixabay, Sprachschuleaktiv