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22.11.2019 – Lesezeit: 3 Minuten

Geschäftsführung / Technologie

Auswärtiges Amt warnt vor Machtverschiebung durch neue Technologien

Das Auswärtige Amt warnt ungewöhnlich eindringlich in einem Strategiepapier vor einem Aufstieg von IT-Autokraten. Durch die steigende Macht der IT-Industrie könnten besonders Länder mit der Autokratie als Herrschaftsform an Stärke gewinnen.

Die digitale Technologie hat bekanntlich zwei Kehrseiten: Einerseits bringt es die Industrie vorwärts und eröffnet Unternehmen, Möglichkeiten Ressourcen zu sparen, effizienter zu Arbeiten oder Risiken zu minimieren. Aber auf der anderen Seite können neue Technologien auch für kritische Ziele genutzt werden, wie eine Autokratie weiterauszubauen oder zu festigen.

Verbitterter Kampf um Vormachtstellung

Das Auswärtige Amt erwähnt explizit in dem Papier das sogenannte Social-Credit-System in China. Durch die Anwendung von Künstliche Intelligenz und Big Data benotet dieses System das Verhalten der Bürger und Unternehmen. Diese Vorgehensweise sehen westliche Beobachter als Vorstufe eines Überwachungsstaats, der sich durch die Technologien noch schneller festigen kann.

Entsprechend spiele sich derzeit zwischen den USA und China eine Art „technologischer Kalter Krieg“ um die Vormachtstellung auf dem Gebiet der Zukunftstechnologien ab. Zu den aktuellen Schlachtfeldern gehört unter anderem auch der Technologiekonzern Huawei. Gleichzeitig werden die sozialen Netzwerke für Meinungspolarisierung und Fake-News-Kampagnen missbraucht, wodurch es für Nutzer immer schwieriger wird zwischen wahr und unwahr zu unterscheiden.

Deutschland wird abgehängt

Das größte Problem: Deutschland wird von anderen Nationen, die Technologien als Vormachtstellung für sich entdeckt haben, abgehängt und kann dadurch seine Vorreiterposition in der Industrie verlieren. Darauf sei die Bundesrepublik auf kommende wirtschaftliche und politische Umbrüche nicht vorbereitet – zum Beispiel die Digitalisierung, das Internet of Things (IoT), Künstliche Intelligenz (KI) oder Big Data. Als Gründe gibt die Behörde dafür die üblichen langen Entscheider-Prozesse und veraltete IT-Struktur an, die einen flexiblen Wandel nicht ermöglichen. Außerdem investiere die Bundesregierung im internationalen Vergleich viel weniger in Zukunftstechnologien.

Deutsche Unternehmen zu langsam

Deutsche Unternehmen sind ebenfalls zu langsam und haben oft noch eine große Angst vor „neuen“ Technologien. Dabei ist diese nicht berechtigt: Diverse Studien zeigen, dass die Digitalisierung den Unternehmen einen klaren Vorteil schaffen kann und dieser besonders in Bezug auf internationalen Konkurrenten dringend nötig ist. Wenn man aktuellen Technologie-Trends näher betrachtet, zeigt sich bei Unternehmen langsam eine Öffnung. Zum Beispiel nutzt jedes vierte deutsche Unternehmen schon IoT, um zum Beispiel die Effizienz seiner Maschinen zu steigern oder einen genauen Überblick über seine Ressourcen zu bekommen und sie dadurch besser einzuplanen. Bei einer Umfrage der IDC gaben 54 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie IoT-Projekte in die Produktion einbinden wollen.

KI im Fokus

Auch beim Thema Künstliche Intelligenz steigert sich das Interesse in der deutschen Industrie. Nach einer Studie von PwC, bei der 500 Entscheider privatwirtschaftlicher Unternehmen befragt wurden, planen 44 Prozent der befragten Unternehmen KI in die Planung neuer, digitaler Geschäftsmodelle einzubeziehen. Trotzdem ist das jetzige Ergebnis noch erschreckend: Nur 6 Prozent der befragten Unternehmen nutzen oder implementieren gerade KI. Dabei reichen die Anwendungsmöglichkeiten über eine intelligente Datenanalyse über Chatbots bis hin zu neuen Dienstleistungen, Produkten und Geschäftsmodellen.

Unternehmen müssen den Weg nicht alleine bestreiten

Das Strategiepapier des Auswärtigen Amts kann als Weckruf für die deutsche Regierung gesehen werden, Zukunftstechnologien voranzutreiben. Aber auch für die deutschen Unternehmen, sich zu trauen, den nächsten Schritt in die Digitalisierung zu gehen. Dabei müssen Sie diese nicht alleine bestreiten. Es gibt kompetente Beratungshäuser wie die All for One Group, die als Experte für Smart Factory, Internet of Things oder Machine Learning, zur Seite steht - immer mit dem Ziel, dass Deutschland seine Industriestaat-Position nicht verliert und Sie wettbewerbsfähig bleiben.

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Quelle: Titelbild pixabay, tvjoern