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05.06.2019 – Lesezeit: 2 Minuten

Produktion und Logistik / Technologie

Aus die Maus: Wie Eye-Tracking die PC-Maus überflüssig macht

Macht die Augensteuerung, das sogenannte Eye-Tracking, die PC-Maus bald überflüssig? SAP setzt jedenfalls große Hoffnungen in diese Zukunftstechnologie, welche die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine revolutionieren soll.

Das Auge als „Eingabegerät“ kann die klassische Suche auf dem PC wesentlich beschleunigen, weil der Mensch mit einem Blick schneller Gesichter erkennen kann, als die klassische Suche hergibt. Eye-Tracking zeichnet Blickbewegungen auf und überträgt diese an die Maschine. Beschleunigt wird der Vorgang durch Maschinenlernen (Machine Learning) und Künstliche Intelligenz (KI).

„Eye-Tracking ist eine der Technologien, die Unternehmen vollkommen neue Möglichkeiten eröffnen werden“, berichtet Jan Schaffner, Head of Central Engineering bei SAP und zuvor Leiter des SAP Innovation Center Network. „Im Mittelpunkt steht der Mensch, nicht der Computer. Mit Eye-Tracking können wir Mitarbeitern helfen, effizienter und produktiver zu arbeiten.“ Eye-Tracking kann die Suche sowohl für E-Commerce als auch für unternehmensinterne E-Mails und andere Dokumente beschleunigen. Mit SAP S/4HANA können Rechnungswesen, Planung, Beschaffung, computergestützte Konstruktion (CAD) und Produktlebenszyklusmanagement verbessert werden.

Routineaufgaben erleichtern

„In vielen Abteilungen müssen Mitarbeiter ständig dieselben Formulare ausfüllen und jeweils unterschiedliche Informationen eingeben“, so Schaffner. „Es ist zwar nicht möglich, alle wiederkehrenden Aufgaben zu automatisieren, aber wir können Menschen dabei durch den Einsatz von Technologien wie Eye-Tracking unterstützen. Routineaufgaben werden so leichter gemacht und es kommt zu weniger Fehlern.“

Als Beispiel nennt Schaffner Arbeiter in Fertigungsanlagen, die Flaschen auf Mängel untersuchen, bevor diese abgefüllt werden. Diese manuelle Aufgabe ist so anspruchsvoll, dass die Mitarbeiter sich alle 15 Minuten abwechseln müssen. „Eye-Tracking könnte Arbeitern dabei helfen, Defekte schneller zu erkennen und dabei ihr Stressniveau messen, so dass es nicht zu Fehlern wegen Übermüdung kommt. Die Software könnte zudem Daten zu defekten Flaschen in SAP-S/4HANA-Systemen sammeln und so Abläufe verbessern sowie mehr Transparenz über das gesamte Unternehmen hinweg schaffen“, führt Schaffner weiter aus.

Alles noch Zukunftsmusik?

Heißt es also bald: Aus die Maus? So schnell wohl nicht, denn ein Eye-Tracking-System mit Datenbrille und Software, einschließlich Datenplattform, ist wie jede neue Technologie aufwändig und teuer in der Anschaffung. Nicht jeder Mensch kommt mit Datenbrillen zurecht, denn es kann bei längerem Einsatz zu Desorientierung und Kopfschmerzen kommen. Aktuell mangelt es zudem an verbindlichen Standards. Für ausgewählte Arbeitsplätze ist der Einsatz von Eye-Tracking-Systemen dennoch schon heute sinnvoll.

Daten- und VR-Brillen könnten auf absehbare Zeit die PC-Maus ersetzen

Die Marktforscher von MarketsandMarkets rechnen jedenfalls damit, dass das Umsatzvolumen mit Eye-Tracking-Systemen bis 2023 die Schallmauer von einer Milliarde Dollar durchbricht. Wie Sie Ihre SAP-Tools für IoT-Projekte fit machen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Quelle: Titelbild pixabay, cocoparisienne / Datenbrille pixabay, dlohner