02.03.2020 – Lesezeit: 3 Minuten

Marketing, Vertrieb und Service / Technologie

Zukunft des Mobilfunks: 5G-Campus geht an den Start

Das größte industrielle 5G-Forschungsnetz Europas nimmt als deutsch-schwedische Koproduktion an der RWTH Aachen den Betrieb auf. Ziel ist es, Einsatzgebiete der neuen Mobilfunktechnologie 5G in der Produktion zu erforschen und praxisnah zu erproben.

Der neue Mobilfunkstandard 5G verspricht eine Revolution in der industriellen Produktion. Um die Einsatzmöglichkeiten zu testen, beginnt ein Pilotprojekt am Campus Melaten der RWTH Aachen, das vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und vom schwedischen 5G-Netzausrüster Ericsson getragen wird.

Mit den Projektpartnern Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen und dem Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR e.V.) werden das Fraunhofer IPT und Ericsson in den kommenden drei Jahren Anwendungen und Lösungen für die digitalisierte und vernetzte Produktion entwickeln und erproben.

 

Für den Aufbau des regionalen 5G-Forschungsnetzes erhält das Konsortium eine Förderung von knapp 6,2 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Mithilfe der schnellen 5G-Datenübertragung können alle Produktions- und Sensordaten in einem Digitalen Zwilling gespeichert werden, der die vollständige Produktionshistorie enthält.

Von Mobile Robotic bis Supply Chain

Geplant sind sieben Teilprojekte mit unterschiedliche Anwendungsszenarien – von 5G-Sensorik für die Überwachung und Steuerung hochkomplexer Fertigungsprozesse über Mobile Robotik und Logistik bis hin zu standortübergreifenden Produktionsketten. Außerdem möchten die Aachener Wissenschaftler den Einsatz moderner Edge-Cloud-Systeme zur schnellen Verarbeitung von Daten testen, um die Potenziale von 5G in der vernetzten, adaptiven Produktion auszuschöpfen.

Das In- und Outdoor-Netz des 5G Industry Campus Europe in Aachen umfasst eine Außenfläche von rund einem Quadratkilometer sowie knapp 7.000 qm in den Maschinenhallen der beteiligten Partner, die alle Felder der Produktionstechnik abbilden. Die Einrichtungen sind mit modernen IT- und Produktionssystemen ausgestattet und bieten damit eine bislang einzigartige Infrastruktur, um individuelle 5G-Anwendungen gemeinsam mit den Forschungspartnern zu testen und frühzeitig zu entwickeln.

Von der Forschung in die Praxis

Partner der Aachener Institute können auf diese Weise direkt vom neuen 5G Industry Campus Europe profitieren. Um die direkte Übertragbarkeit der Forschungsergebnisse in reale Industrieanwendungen zu gewährleisten, wird das Netz des 5G Industry Campus Europe im industrierelevanten Frequenzbereich von 3,7 bis 3,8 GHz aufgebaut.

Video-Mittelstand-Heute-5G-Highspeed-Mittelstand

Das neue Forschungsnetz greift dabei frühere Kooperationen der drei Aachener Forschungseinrichtungen auf: So arbeitet bereits seit Anfang 2018 in der Maschinenhalle des Fraunhofer IPT das weltweit erste 5G-New-Radio-System von Ericsson, das vollständig drahtlos in die Produktionsumgebung integriert ist. Auch der FIR e.V. bringt mit seiner bestehenden 5G-Modellfabrik als Teil des 5G-Kompetenzzentrums NRW Know-how und Erfahrung in den 5G Industry Campus Europe ein.

5G-Szenarien für den Mittelstand

„Der Forschungscampus ist eine hervorragende Gelegenheit herauszufinden, zu was 5G in Zukunft für die Industrie leisten kann – und das nicht nur für große Konzerne“, so ein Sprecher der All for One Group, führende IT- und Consulting-Gruppe im DACH-Raum. „Wir sind davon überzeugt, dass der neue Mobilfunkstandard auch in kleineren und mittelständischen Unternehmen viele Prozesse beschleunigen und vereinfachen wird.“ Die Experten setzen auf die 5G-Technologie und können Interessenten bereits konkrete Einsatzmöglichkeiten aufzeigen. Insbesondere beim Industrial Internet of Things (IIoT) ist 5G sehr hilfreich und bietet ganz neue Chancen.

Der neue Mobilfunkstandart wird ohne Frage die Industrie gehörig aufwirbeln. Doch was macht 5G eigentlich mit unserer Gesundheit? Die Antwort erhalten Sie in diesem Artikel.

Quelle: Titelbild unsplash, Marc Olivier Jodoin