Mittelstand HEUTE - Analytics & Insights - Artikel

Datenplattformen heben die Unternehmensplanung auf ein neues Niveau

Geschrieben von Patrick Wessel | Apr 16, 2026 2:14:05 PM

Mit modernen Datenplattformen wird Unternehmensplanung integriert, automatisiert und intelligenter – von Forecasts bis Treiberanalyse.

Wenn man heute über Unternehmensplanung spricht, dann kommt man an einem Thema eigentlich nicht mehr vorbei: der Datenplattform. Und ich glaube, das wird manchmal noch unterschätzt, weil viele immer noch sehr stark aus der klassischen Planung heraus denken – also stark aus dem ERP heraus oder vielleicht noch mit ein, zwei angebundenen Systemen. Aber die Realität in den Unternehmen ist ja längst eine andere.

Viele Systeme, eine Planung – und ein Problem

Wir haben es heute fast immer mit einer Vielzahl von Systemen zu tun. Natürlich das ERP als zentrales Rückgrat, aber daneben eben auch CRM-Systeme, HR-Systeme mit Payroll-Daten, teilweise sehr spezialisierte Lösungen oder sogar produktionsnahe Systeme wie MES. Und all diese Systeme liefern ja relevante Informationen für die Planung. Die Herausforderung ist nur: Diese Daten liegen erstmal verteilt vor, in unterschiedlichen Strukturen, mit unterschiedlichen Logiken.

Und genau da kommt die Datenplattform ins Spiel. Was wir damit im Kern schaffen, ist erstmal eine saubere Grundlage. Wir bringen diese unterschiedlichen Datenquellen zusammen, harmonisieren sie und kümmern uns ganz gezielt um Themen wie Master Data Governance. Also: Wie stellen wir sicher, dass unsere Stammdaten sauber, konsistent und verlässlich sind? Denn am Ende ist es ja so – wenn die Datenbasis nicht stimmt, wird auch die Planung nicht gut sein.

Die Datenplattform als Fundament integrierter Planung

Das heißt, die Datenplattform ist erstmal nichts anderes als die Voraussetzung für eine vernünftige Planung. Wir bilden die Ist-Daten so ab, wie wir sie für die Planung tatsächlich brauchen – und zwar systemübergreifend. Und das ist der entscheidende Punkt, weil wir ja heutzutage eigentlich immer von integrierter Planung sprechen. Also nicht mehr isoliert in Silos denken, sondern wirklich übergreifend.

In so einem integrierten Szenario spielen dann ganz unterschiedliche Bereiche zusammen. Opex, Cost of Sales, Vertrieb mit seinen Opportunities – all das fließt am Ende in eine gemeinsame Sicht ein. Und daraus entsteht dann die eigentliche Ergebnisplanung. Oder eben auch ein Forecast, der idealerweise nicht mehr rein manuell erstellt wird, sondern zunehmend automatisiert abläuft.

Von Daten zu Erkenntnissen: Planung wird intelligent

Und genau hier wird es dann spannend. Denn wenn ich diese Daten einmal sauber auf einer Plattform zusammengeführt habe, kann ich anfangen, die Zusammenhänge zwischen diesen Daten wirklich zu verstehen und zu nutzen. Also: Welche Wirkungsbeziehungen gibt es eigentlich? Welche Treiber beeinflussen am Ende meine Finanzkennzahlen?

Das ist etwas, was heute in vielen Unternehmen noch sehr manuell passiert. Controller gehen in den Drilldown, analysieren Abweichungen, versuchen herauszufinden, warum Ist und Plan auseinanderlaufen. Das ist oft mühsam und zeitaufwendig.

Mit modernen Datenplattformen und den Möglichkeiten, die wir heute in der Cloud haben, kann man das aber deutlich anders denken. Stichwort Machine Learning oder auch der Einsatz von Agenten im Sinne eines Copilot-Ansatzes. Das heißt, ich habe Systeme, die mich aktiv unterstützen, die die Datenstrukturen kennen und mir helfen, Abweichungen schneller zu analysieren.

Die können zum Beispiel erkennen: Welche Faktoren haben dazu geführt, dass sich ein bestimmter Wert anders entwickelt hat als geplant? Oder welche operativen Daten – etwa aus der Produktion – wirken sich wie auf mein Finanzergebnis aus? Diese Treiberlogiken transparent zu machen, ist ein enormer Mehrwert für die Planung.

Cloud als Enabler für neue Planungsansätze

Und das funktioniert eben nur, wenn die Daten zentral verfügbar sind. Wenn ich weiterhin in verteilten Systemen arbeite, ohne eine gemeinsame Plattform, stoße ich da relativ schnell an Grenzen. Erst die Plattform ermöglicht es mir, diese Zusammenhänge wirklich ganzheitlich zu betrachten und darauf dann auch moderne Technologien anzuwenden.

Ein weiterer Punkt ist das Thema Cloud. Viele dieser neuen Möglichkeiten – gerade im Bereich GenAI oder bei größeren Modellen – lassen sich realistisch nur dann nutzen, wenn ich meine Daten auch in der Cloud habe. Das ist letztlich die Voraussetzung, um diese Potenziale überhaupt heben zu können.

Deshalb würde ich sagen: Die Datenplattform ist nicht einfach nur ein technisches Thema im Hintergrund. Sie ist die Basis für alles, was in der modernen Unternehmensplanung passiert. Ohne diese Grundlage bleibt man schnell in klassischen, oft manuellen Prozessen hängen.

Mit einer sauberen Plattform hingegen eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten – von integrierter Planung über automatisierte Forecasts bis hin zu intelligenter Analyse durch Machine Learning und Agenten. Und genau das ist aus meiner Sicht der Punkt, an dem Planung heute auf ein neues Niveau gehoben wird.