KI und Co. bringen wieder Schwung in Smart-City-Projekte

Die Euphorie um Smart Cities hat sich seit Anfang des neuen Millenniums etwas gelegt, flammt aber mit den heutigen technischen Möglichkeiten wieder neu auf. Asien wird zwar bis 2025 zum größten Markt, aber die meisten Projekte finden sich derzeit in Europa.

Es gibt immer wieder neue Ansätze und Visionen für die intelligente Stadt der Zukunft. Schon früh gab es zum Beispiel die Idee, Smart Cities mit Smart Grids oder intelligenten Stromnetzen zu verbinden, um Elektroautos als fahrende Batterien zu nutzen. Doch abgesehen von kleinen Pilotprojekten und großen Ankündigungen von Cisco ist daraus nicht viel geworden. Dabei wäre die Elektromobilität damit schon viel weiter vorgedrungen.

Über 2 Billionen Dollar Umsatz bis 2025 erwartet

Goldene Zeiten: Smart Cities werden die 2-Billionen-Dollar-Marke knacken (Quelle: iStock/eternalcreative).

Heute nehmen Smart-City-Projekte wieder an Fahrt auf. Die Marktforscher von Frost & Sullivan sprechen sogar von bevorstehenden goldenen Zeiten und rechnen damit, dass Smart Cities 2015 die 2-Billionen-Dollar-Marke knacken werden. Künstliche Intelligenz (KI oder AI) werde dabei eine Schlüsselrolle einnehmen und quasi zur Goldgrube, wie es bei IT-Business heißt. Andere wichtige Säulen schließen Robotik, Fahrerassistenzsysteme und die dezentrale Energiegewinnung (über Photovoltaik und Windkraftanlagen etwa) ein.

Über die Hälfte der Smart Cities werden sich der Studie von Frost & Sullivan zufolge mit einem Investitionsvolumen von 320 Milliarden Dollar bis 2025 in China befinden. Nach den asiatischen Städten werden die Städte Nordamerikas an zweiter Stelle stehen. Der Gesamtwert des dortigen Marktes einschließlich Sensorik, Systeme, Steuerung sowie Hard- und Software, soll bis 2020 auf 5,64 Milliarden Dollar steigen.

Projekte noch kaum vernetzt, IoT lässt hoffen

Die meisten Smart-City-Projekte erwarten die Marktforscher aber in Europa. Allein der Markt für App-basierte Taxi- und Fahrdienste sowie Carsharing, auch kurz E-Hailing genannt, soll in den nächsten sieben Jahren von 50 auf 120 Milliarden Dollar steigen.

Wie Vijay Narayanan, Visionary Innovation Senior Research Analyst bei Frost & Sullivan, bemerkt, sind die meisten Lösungen noch in nicht miteinander vernetzten Datensilos verhaftet. „Die Zukunft besteht aus integrierten Lösungen, die alle vertikalen Branchen auf einer einzigen Plattform vereinen. Das IoT ebnet bereits den Weg für solche Lösungen“, wird er von IT-Business zitiert. Der Bericht des Fachhandelsmagazins endet mit dem Link zu einer interessanten Infografik von RS Components zu einem Smart Building mit dem Hinweis, dass Smart Cities auch andere Komponenten wie Smart Windows, Augmented und Virtual Reality (AR und VR) sowie intelligente Wassersysteme einschließen.

IDC-Prognosen für die nahe Zukunft

Eine ergebnisorientierte digitale Transformation, die sich auf strategische Prioritäten für Stadtbewohner konzentriert ist das Ziel (Quelle: iStock/alexsl).

Das Hauptziel von Smart Cities heute ist eine „ergebnisorientierte digitale Transformation (DX), die sich auf strategische Prioritäten für Stadtbewohner, Besucher und Unternehmen konzentriert“, heißt es in einer Pressemeldung von IDC Ende 2017. Das Marktforschungsinstitut hat dabei fünf strategische Smart-City-DX-Prioritäten ausgemacht. Dazu gehören die nachhaltige Planung und Verwaltung, die datengetriebene öffentliche Sicherheit, belastbare Energie und Infrastruktur und intelligente Transportsysteme. Verknüpft wurde das mit zehn Vorhersagen, hier ein Teil davon nach Jahren:

 

• 2018 wird ein Anbieter von Kommunikationsdiensten als Digital Hero auftreten und eine Kooperationsstrategie für intelligente Gemeinschaften entwickeln, die zu einer 50-protenzigen Verbesserung der Breitbandversorgung in den Kommunen und Gemeinden führen wird. 30 Prozent der großen Städte weltweit werden eine Smart-City-IoT-Plattformstrategie entwickeln, um Geräte miteinander zu vernetzen, Daten zu sammeln und zu verwalten und somit eine einheitliche Sicht auf die Stadt zu schaffen.

Bis 2019 werden 25 Prozent der mittelgroßen und großen Städte die Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Einnahmen aus Parken und Verkehr, Werbung und potenziellen Premium-Datendiensten zu spüren bekommen. 20 Prozent der lokalen, staatlichen und regionalen Regierungen werden bis dahin Blockchain-Initiativen entwickeln, um unter anderem die Betriebs- und Verarbeitungskosten zu senken und Datenschutzprotokolle in den Verträgen zu verankern. 50 Prozent der Smart-City-Projekte weltweit werden über öffentlich-private Partnerschaften, Nonprofit-Partnermodelle, kofinanzierte Innovationszentren oder Grundsatzvereinbarungen finanziert werden.

• Bis 2020 werden mindestens drei großangelegte städtische Initiativen die Interaktion mit öffentlichen Einrichtungen wie Straßenlaternen und Tourismusinfrastrukturen ermöglichen. Als Reaktion auf vernetzte Fahrzeuge und für mehr Sicherheit werden bis dann 20 Prozent der mittelgroßen und großen Städte damit beginnen, die Vehicle-to-Vehicle- oder Vehicle-to-Infrastructure-(V2X)-Kommunikation zu ermöglichen, um den Verkehrsfluss zu optimieren und Unfälle zu reduzieren. Singapur ist mit seinem Mautsystem schon sehr weit bei V2X. Bis 2020 werden 15 Prozent der großen Katastrophenschutz-Organisationen eine Kombination aus AR- oder VR-Lösungen nutzen, um auf Zwischenfälle und Gefahrensituationen besser reagieren zu können. 70 Prozent der nationalen Regierungen werden bis 2020 zudem einheitliche Standards für die Cybersicherheit schaffen und durchsetzen, um die Smart Cities weniger angreifbar zu machen.

 

Quelle Titelbild: iStock/ bluejayphoto

Mittelstand.Heute Redaktion

Hier schreibt Mittelstand.Heute Redaktion für Sie

Mehr Artikel vom Autor

Teilen:

Lesen Sie weiter auf CANCOM.info

Schreiben Sie einen Kommentar

Mit einem Netzwerk anmelden, oder das Formular ausfüllen. Die E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Notwendige angaben sind mit * gekennzeichnet.