23. Februar 2018 | pArtikel drucken | kKommentieren

Mitarbeiter im Mittelpunkt: Fraunhofer-Institut entwickelt Arbeitsplatz von morgen

Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass sich zahlreiche Branchen verändert und ihre Prozessen stark beschleunigt haben. Für den Maschinenbau und das verarbeitende Gewerbe wurde der Begriff “Industrie 4.0” gemünzt, der ausdrückt, wie Maschinen und erhobene Daten mit Netzwerken und intelligenten Systemen verbunden sind. Ein wichtiger Bestandteil wird bei all der Technologie aber manchmal vergessen: der Faktor Mensch. Wichtig ist es nämlich auch, die Arbeiterschaft in die neuen Prozesse einzubinden und ihnen gleichzeitig die Benefits der Technik zukommen zu lassen. Genau hier hat das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO angesetzt und beim Mittelstandsforum 2017 innovative Lösungen für die Zukunft präsentiert.

Individualisierte Arbeitsplätze auf vier Rädern

Eine davon ist der mobile Arbeitsplatz, der im Future Work Lab des Fraunhofer-Instituts entwickelt wurde. Dieser wird auf jeden Mitarbeiter einzeln hin personalisiert, so dass er seine gewünschten Werkzeuge, Beleuchtung, Tischhöhe und die Bereitstellung aller notwendigen Informationen für seine Arbeit zur Verfügung hat. Im Grunde kann man diese Entwicklung “Arbeitsorganisation 2.0” nennen. Mobil wird der Arbeitsplatz dann durch einen flachen Roboter mit Elektromotor, der Arbeitstische, Werkzeuge und Materialien zu den Mitarbeitern befördern kann.

Der mobile Arbeitsplatz wird von diesem autonomen Roboter automatisch an den gewünschten Ort gerollt (Quelle: Ludmilla Parsyak, Fraunhofer IAO).

Ähnlich wie bei autonomen Fahrzeugen im Straßenverkehr ist der Roboter in der Lage, sein Ziel alleine zu finden und Hindernissen auszuweichen. Auf Wunsch kann er aber auch vom Mitarbeiter selbst per Mobile Device gesteuert werden. Der mobile Arbeitsplatz stellt somit eine Lösung dar, die den Mitarbeiter in den Mittelpunkt stellt und gleichzeitig Fläche in der Werkhalle optimieren kann. Nur tatsächlich genutzte Arbeitsplätze nehmen Fläche in der Halle ein, ungenutzte können platzsparend im Lager geparkt werden. Eine kurze Zusammenfassung der Benefits finden Sie hier.

Echtzeitdaten optimieren die Produktion

Um den Arbeitsplatz und die Systeme am Fließband auch mit weiteren Informationen und relevanten Daten anzureichern, hat das Fraunhofer IAO zudem ein System zur Echtzeit-Datenvisualisierung vorgestellt. Das Future Work Lab hat Anwendungen entwickelt, die aktuelle Produktionsdaten und -kennzahlen genau da anzeigen, wo sie erhoben werden, sprich an den Maschinen. Zudem zeigen sie die Produktionsleistung an, also beispielsweise wie viele Teile oder Endprodukte pro Stunde am Fließband produziert werden.

Mittels der Datenvisualisierung, können Engpässe schnell beseitigt werden (Quelle: Bosch Rexroth).

Diese Visualisierung wirkt ein wenig futuristisch, die Darstellung dient jedoch nicht dem reinen Selbstzweck. Sie soll stattdessen dafür sorgen, dass die Mitarbeiter weniger Fehlentscheidungen bei der Nutzung von Maschinen treffen und dank der anschaulich dargestellten Daten Engpässe erkennen können. Die Optimierung in der Prozesskette wird durch die “optische Haptik” vereinfacht, zudem können die Mitarbeiter wesentlich schneller auf Turbulenzen in der Produktion reagieren und gegensteuern. Den Steckbrief mit allen Vorteilen und Eckdaten zur Echtzeit-Visualisierung finden Sie hier.

Was das Future Work Lab des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO noch für die Produktionsarbeit der Zukunft entwickelt, können Sie sich in der Demonstratorenwelt des Future Work Lab ansehen. Eine Zusammenfassung weiterer Highlights des Mittelstandsforums 2017, das von All for One Steeb organisiert wurde, finden Sie hier.

 

Quelle Titelbild: iStock/peshkov

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