18. Dezember 2017 | pArtikel drucken | kKommentieren

Die IT-Gehälter steigen überdurchschnittlich

Der viel beklagte IT-Fachkräftemangel in Deutschland spiegelt sich nicht zuletzt in den Löhnen wider. Das zeigt die Gehaltsübersicht 2018 von Robert Half, internationaler Personaldienstleister für Fach- und Führungskräfte. Besonders gefragt sind demnach IT-affine Finanzprofis und IT-Sicherheitsspezialisten.

Besonders gefragt sind aktuell IT-affine Finanzprofis und IT-Sicherheitsspezialisten. (Quelle: Erikona/ iStock)

Angeführt von Randstad, Adecco und Manpower gibt es sicherlich größere und bekanntere Personaldienstleistungsunternehmen, aber wenn es um Fach- und Führungskräfte im Finanz- und Rechnungswesen im IT-, Assistenz- und kaufmännischen Bereich geht, ist Robert Half einer der Top-Ansprechpartner.

Gerade erst hat das US-Unternehmen für diese Branchen die neue Gehaltsübersicht 2018 mit Einschätzung der Arbeitsmarkttrends in Deutschland präsentiert. Demnach ergeben sich mit dem „War of Talents“ und der zunehmenden Digitalisierung neue Herausforderungen im Recruiting 4.0. Dazu gehören Recruiting (Personalbeschaffung) über soziale Medien, die Einrichtung mobiler Arbeitsplätze und die Heterogenität der unterschiedlichen Altersgruppen.

Um Mitarbeiter nachhaltig zu gewinnen, müssen auch die begleitenden Konditionen wie Dienstwagen, Weiterbildung und Work-Life-Balance stimmen. Das gilt insbesondere für neue Themenfelder wie Big Data Analytics.

Mobile Arbeitsplätze werden auch immer wichtiger, weil der Trend bis hoch zum Management zu mehr Flexibilität und Unabhängigkeit bei den Beschäftigungsverhältnissen und zur Gig-Economy geht – hin zu vereinzelten kleinen Aufträgen (Gigs).

75 Prozent der Personalverantwortlichen geben an, dass es heute schwieriger als noch vor fünf Jahren sei, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, 27 Prozent finden es sogar „erheblich schwieriger“.

Dennoch werden die meisten Angestellten nach Meinung der für die Studie befragten Fach- und Führungskräfte im kommenden Jahr inflationsbereinigt nur eine vergleichsweise geringe Gehaltssteigerung zu erwarten haben – anders dagegen die Fachkräfte im IT-Umfeld.

Die Zuwächse hängen allerdings stark von der Spezialisierung ab. Am deutlichsten fallen sie bei den Netzwerk- und Security-Administratoren aus. Das zeigt diese Top-5-Liste:

 

Quelle: Robert Half, Gehaltsübersicht 2018

Während IT-Experten ein spürbares Gehaltsplus zu erwarten hätten, würden die Gehaltserhöhungen für andere Fachkräfte im kommenden Jahr durch die Inflationsrate nahezu aufgezehrt werden, bemerkt Sven Hennige, Senior Managing Director bei Robert Half. „Um die besten Bewerber für sich zu gewinnen und der Fluktuation vorzubeugen, sollten Unternehmen ihre Gehaltspakete prüfen“, fügt er hinzu. Neben dem Gehalt würden die Arbeitnehmer aber zunehmend auch andere Aspekte wie flexible Arbeitszeiten, Home Office oder Gesundheitsprogramme ins Kalkül ziehen. „Entsprechende Benefits können einen geringeren Gehaltszuwachs rechtfertigen.“

Bei den Finanzberufen können sich besonders IT-Controller mit im Schnitt 3,9 Prozent auf größere Gehaltssteigerungen freuen, gefolgt von Hauptbuchhaltern mit 3,6 Prozent. IT-Controller mit 10 bis 15 Jahren Unternehmenszugehörigkeit werden mit 4,3 Prozent auf 80.500 bis 105.500 Euro die höchsten Gehaltssprünge zu erwarten haben. IT-Leiter mit 6 bis 9 Jahren im Betrieb haben in der Spitze zwar 15.000 Euro mehr im Gehaltssäckchen, kommen aber auf so gut wie keine Gehaltssteigerungen.

Die Gehälter in München legen am meisten zu

Die Gehälter in München legen am meisten zu, gefolgt von Frankfurt. (Quelle: ChristianChan/iStock)

In München dürfen sich Fach- und Führungskräfte der genannten Branchen (Finanzen, IT, Assistenz und kaufmännischer Bereich) 2018 mit einem Plus von 4,9 Prozent auf besonders hohe Lohnzuwächse freuen. Software-Entwickler kommen in der bayerischen Landeshauptstadt erwartungsgemäß auf Gehaltszuwächse von über 10 Prozent.

An zweiter Stelle folgt mit großem Abstand Frankfurt am Main mit erwarteten Zuwächsen von 2,5 Prozent. Allerdings liegen die Gehälter in der Finanzmetropole mit 10 Prozent gegenüber 5 Prozent in München am weitesten über dem Landesdurchschnitt. Stuttgart und Wiesbaden folgen mit 4 Prozent dahinter, alle anderen Großstädte liegen weit unter dem Landesdurchschnitt, Hamburg und Mannheim um 8 Prozent, Köln um 3 Prozent und Düsseldorf um 2 Prozent. Die Schlusslichter bilden Berlin und Essen mit 11 Prozent weniger Gehalt als im Landesdurchschnitt.

Dabei zeigt eine neue PwC-Studie, dass Berlin 2018 mit 4,09 Prozent europaweit die höchsten Mietsteigerungen zu erwarten hat, gefolgt von Hamburg, München, Luxemburg und Frankfurt am Main mit jeweils etwa 3,9 Prozent. Schaut man sich aber den Mietspiegel von immowelt.de an, ist München mit 19,97 Euro bei den Angebotsmieten deutlich vor Berlin mit 12,95 Euro pro Quadratmeter. Frankfurt am Main rangiert demnach bei rund 15 Euro, Stuttgart bei 13,70 Euro pro Quadratmeter. Deutschlandweit sind es nur rund 7,41 Euro pro Quadratmeter.

Die Angebotsmieten beinhalten auch sehr kleine, vergleichsweise teure Wohnungen und sind jeweils nur Momentaufnahmen. Die tatsächlich Durchschnittsmieten sind in der Regel sehr viel günstiger. Laut einem jüngst veröffentlichten Handelsblatt-Artikel sind es München aktuell 13,30 Euro, in Stuttgart 10,60 Euro und in Berlin 8,20 Euro.

 

Quelle Titelbild: eternalcreative/iStock

Mittelstand.Heute Redaktion

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