21. August 2017 | pArtikel drucken | kKommentieren

Logistik & Automotive: So transformiert sich die Automobilindustrie

Nach dem Dieselskandal hat die deutsche Automobilindustrie einiges gutzumachen. Das erklärt vielleicht auch, warum sie mit Hochdruck am autonomen Fahren arbeitet. Aber in Sachen Digitalisierung sind mit Big Data auch Trends lange verschlafen worden.

Ein Pkw der oberen Mittelklasse hat bis zu über 90 Sensoren. Mindestens einer davon erkennt, ob das Fahrzeug auf dem Prüfstand ist. Das ist der maßgebliche Stein des Anstoßes um den Dieselskandal, der erst bei VW aufgeflogen ist. Mittlerweile stehen aber praktisch alle deutschen Autobauer am Pranger und fühlen sich Millionen von Bundesbürgern von ihnen hintergangen. Denn lange Zeit wurde der Diesel ihnen als eine besonders saubere Antriebstechnik verkauft.

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Dieser Beitrag richtet sich an:

✔ Inhaber oder Geschäftsführer mittelständischer Automobilzulieferer, die den Anschluss an die Digitale Transformation und Industrie 4.0 nicht verpassen wollen

 ✔ IT-Verantwortliche, die bei all den Aufgaben, die vor ihnen und ihrem jeweiligen Team liegen, Entlastung durch externe IT-Dienstleister und Fachkräfte suchen

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Autobauer zeigen innovative Kraft

Andererseits zeigt das auch, dass es an innovativer Kraft in der Branche nicht mangelt. Tatsächlich ist die Automobilindustrie in vielerlei Hinsicht auch Vorreiter, was das Internet der Dinge, die Vernetzung, Industrie 4.0 und die Digitalisierung angeht. Die Zulieferer müssen diesbezüglich auch die Erwartungen der OEM (Original Equipment Manufacturer), sprich der Markenhersteller, umsetzen, schreibt IP-Insider in einem Artikel über die Digitale Transformation der Automobilindustrie. Das Magazin weist darauf hin, dass Schlagzeilen wie „Autobauer verschlafen den Big-Data-Trend“ und „Digitalisierung: In kleinen Schritten zum Ziel“ zwar noch überwiegen, die Digitalisierung der Branche aber „gehörig an Fahrt aufgenommen“ habe. Und das nicht nur bei den großen Herstellern, sondern auch bei vielen Zulieferern.

Die großen deutschen Automobilhersteller haben laut IP-Insider mittlerweile stark aufgeholt. (Quelle: Tramino/iStock)

Nicht nur im Zusammenhang mit der Elektromobilität und autonomem Fahren wird den deutschen Herstellern immer wieder Elon Musk und Tesla vorgehalten und dass sie in Sachen Digitalisierung von Silicon Valley abgehängt würden. Dabei haben die großen Autobauer laut IP-Insider mittlerweile jedoch stark aufgeholt. Posten wie Chief Digital Officer, Vice President Digital Strategy und eigene Labore, wo mit Digitalisierungsgurus aus Silicon Valley gemeinsam agil entwickelt wird, sind nur ein Teil davon oder das Tüpfelchen auf dem „i“, wie die Autoren des IP-Insider-Beitrags es nennen.

Connected Cars & Co.

Viel deutlicher macht sich bemerkbar, mit welchem Drive die deutschen Autobauer Entwicklungen wie Connected Cars und autonomes Fahren verfolgen. Neue alternative Antriebstechniken, wie E-Mobilität, CNG- oder synthetisches Gas, Wasserstoff und Brennstoffzellen wurden, wie Kritiker sagen, bisher nur halbherzig verfolgt. Nach dem Dieselskandal wird aber auch hier buchstäblich Gas gegeben.

Was den Einsatz von Industrieroboter angeht, ist die Automobilindustrie schon seit den 1960er Jahren sehr weit vorne. BMW hat in seinem US-Werk in Spartanburg erstmals Mensch und Maschine Seite an Seite gestellt, statt sie durch Sicherheitsgitter getrennt arbeiten zu lassen. Ermöglicht hat das ein Stück Künstliche Intelligenz, die in der Industrie immer mehr Einzug hält. Die großen Autobauer gehörten auch zu den ersten, die den Einsatz von Augmented Reality und AR-Brillen in der Logistik beim Picking, wörtlich dem Pflücken von Waren und Ersatzteilen sowie bei der Wartung und Reparatur erprobt haben. Bei Reparaturen werden unter anderem mithilfe von SAP 3D Visual Enterprise 3D-CAD-Informationen eingeblendet. Der deutsche Software-Hersteller ist überhaupt sehr aktiv im AR-Bereich.

Die firmeneigene Logistik läuft bei den großen Autobauern und Zulieferern immer mehr automatisiert ab, wobei auch schon Lieferroboter eingesetzt werden. Die Steuerung der Prozesse und Warenströme erfolgt heute vielfach schon über SAP S/4HANA. All for One Steeb bietet als Nummer 1 der SAP-Systemhäuser umfassende Beratung über diese und andere Einsatzmöglichkeiten der neuen ERP-Suite.

OEMs machen Zulieferern Dampf

Die großen Kfz-Hersteller sind in Sachen Digitalisierung schon sehr weit und geben den Takt vor. (Quelle: chombosan/iStock)

Die großen Kfz-Hersteller in Sachen Digitalisierung schon sehr weit und geben den Takt vor, die Zulieferer müssen nolens volens folgen, will der OEM zum Beispiel über Videokonferenzen kommunizieren oder die Supply Chain, die Produktion oder Logistik an ISO-Normen und Industrie 4.0 ausrichten. Da die Produktionsabläufe immer mehr vernetzt sind, ist Cloud Computing praktisch das Grundgerüst jeder Digitalisierung und für die Bearbeitung der riesigen Datenmengen, die mit dem Internet der Dinge oder Industrie 4.0 und Big Data Analytics anfallen.

Um nicht in den „Vendor Lock-in“ zu geraten, empfiehlt sich hier für mittelständische Zulieferer ein hybrides Cloud-Modell. Doch die Umsetzung ist laut IP-Insider gar nicht so einfach. Denn wenn heute auch Produktions- und Logistikanlagen über das Internet verbunden werden sollen, widerspricht das dem bisherigen Vorgehen, diese aus Sicherheitsgründen bewusst von der restlichen Unternehmens-IT getrennt zu halten. Somit sind die bisherigen autarken Systeme oft gar nicht für die Anbindung ans Internet gerüstet.

Smart Sourcing statt alles selbst machen

Um dennoch Schritt halten zu können, greifen immer mehr Zulieferer daher auf externe Hilfe zurück, was aber auch den Sprung über den eigenen Schatten erfordert. Denn bei den meisten Automobilzulieferern überwiegt in Hauruck-Manier immer noch „das machen wir alles selbst“. Außer Standardsoftware wird daher aus dem denken heraus, dass das Unternehmenswissen geschützt und abgeschottet werden muss, alles einschließlich der IT hausintern entwickelt und betreut. Die in meist ländlichen Regionen angesiedelten Zulieferbetriebe hatten auch keine Schwierigkeiten dafür IT-Fachkräfte zu gewinnen, was sich heute noch in einem Make-zu-Buy-Verhältnis von 80 zu 20 zeigt.

Doch mittlerweile wird es immer schwerer, IT-Fachkräfte zu finden und diese auch noch aufs Land zu locken. Das zusammen mit der Digitalisierung zwinge die Zulieferer verstärkt IT-Lösungen samt Support zuzukaufen. Das bedürfe aber einer neuen Unternehmensmentalität oder -kultur hin zu Smart Sourcing und die Anpassung an die zunehmende Globalisierung, betonen die Autoren des Artikels. Mit der Globalisierung, dem Internet und IoT, ohne die Industrie 4.0 nicht denkbar ist, wachsen aber auch die Anforderungen an die Sicherheit. Denn niemand wolle, dass das geistige Eigentum oder der eigene Wissensvorsprung der Globalisierung der Industrie 4.0 beziehungsweise dem IoT zum Opfer falle.

Die manuellen Workflows werden digital, die Non-IT-User zu IT-Anwendern. Das erfordert wiederum eine neue IT-Support- und Service-Struktur. (Quelle: Zapp2Photo/iStock)

Die manuellen Workflows werden schließlich digital, die Non-IT-User zu IT-Anwendern, heißt es in dem Artikel. Das erfordert wiederum eine neue IT-Support- und Service-Struktur, die auch Self-Services erlaubt. Mit den neuen Bereitstellungsmodellen über die Cloud und X-as-a-Service-Modellen, geht die IT auch immer mehr in die Fachabteilungen. Der CIO und sein Team wird folglich mehr und mehr zu IT-Brokern und die Fachabteilungen quasi zu ihren Kunden. Um die IT-Teams zu entlasten, sind IT-Dienstleister mit starker Ausrichtung und Expertise im internationalen Service-Desk- und End-User-Support gefragt, die sich so auch auf Innovationen mit Blick auf den Digital Workplace verstehen, so IP-Insider.

SAP Leonardo als digitaler Innovationstreiber

All for One Steeb erfüllt dieses Anforderungsprofil im vollen Umfang. Als führendes SAP-Systemhaus hat das Unternehmen sich zur Aufgabe gemacht, SAP S/4HANA in den Mittelstand zu bringen, womit auch Automobilzulieferer von den vielen Möglichkeiten profitieren, welche die neue ERP-Suite bietet. Künftig wird es für sie auch wichtig, sich mit SAP Leonardo zu beschäftigten.
Das bewusst nach dem italienischen Universalgenie Leonardo da Vinci benannte neue „Digital Innovation System“ umfasst laut Computerwoche verschiedene Anwendungen und Microservices für das Internet der Dinge, maschinelles Lernen, Blockchain sowie Analytik und Big Data Analytics.

 

„SAP Leonardo will connect people, things and businesses!“ So Thorsten Zube, Head of Blockchain SAP SE

 

SAP Leonardo umfasst verschiedene Anwendungen für IoT, Blockchain sowie Analytik und Big Data Analytics.

 

Es geht im Wesentlichen um die Entwicklung von digitalen Innovationen und neuer Geschäftsmodelle, die zusammen mit den SAP-Beratern der Digital Business Services entstehen und mithilfe sogenannter Accelerators (Beschleunigungspakete) schon in wenigen Wochen zu einem Prototyp führen sollen. Solche Accelerators stehen über SAP Leonardo Center im globalen Verbund von miteinander vernetzten Standorten in New York und Paris unter anderem für den Einzelhandel, die Konsumgüterindustrie und die diskrete Fertigung zur Verfügung, wozu auch die Automobilzulieferer gehören.

Quelle: RicAguiar/iStock

 

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