21. August 2017 | pArtikel drucken | kKommentieren

Die Automatisierung der IT wird immer wichtiger

Die Automatisierung der Produktion gilt als alter Hut, wird aber künftig immer mehr intensiviert in Deutschland und weltweit. Im Zeitalter der Digitalen Transformation gewinnt aber auch die Automatisierung der IT und anderer Geschäftsbereiche zunehmend an Bedeutung.

Das modernste BMW-Werk steht nicht etwa in München oder im amerikanischen Spartanburg, wo erstmals Mensch und Maschine wirklich Seite an Seite arbeiteten, sondern in China. Das Land der Mitte kam laut einer Studie von Fiducia Management Consultants 2013 zwar nur auf 30 Roboter pro 10.000 Beschäftigte – in Deutschland waren es mit 282 Roboter per 10.000 fast zehnmal so viele – aber nirgendwo schreitet die Automatisierung so schnell voran als in China. Die Gründe sind ähnlich gelagert wie in Deutschland: Die Bevölkerungszahlen stagnieren, die Löhne steigen. Mittelständische deutsche Unternehmen sind bei der Produktion schon sehr weit, müssen sich jetzt aber auch daranmachen, andere Prozesse und Geschäftsbereiche zu digitalisieren.

Automation ist Disruption

Derweil erfasst die Automatisierung immer mehr Geschäftsbereiche. (Quelle: tiero/iStock)

Die Verlagerung der Produktion nach China und die zunehmende Automatisierung bereitet vielen Angst. Aber ohne Automatisierung hätte Deutschland zum Beispiel nie den Sprung in die industrielle Revolution geschafft, von der weiteren digitalen Revolution hin zu Industrie 4.0 ganz abgesehen. Das Schlagwort „Disruption“ ist derzeit in aller Munde. Es beschreibt genau diesen Ablöseprozess durch Innovation, auf den Unternehmen reagieren und sich gegebenenfalls völlig neu aufstellen müssen.

Derweil erfasst die Automatisierung immer mehr Geschäftsbereiche. Der IT-Support ist da laut einer anderen Studie noch am weitesten, in anderen Bereichen wie dem Personalwesen und im Kundendienst besteht mitunter ein sehr viel größerer Nachholbedarf. Doch es gibt auch neue Trends, die auch für gewerbetreibende mittelständische Industrieunternehmen von Interesse sein könnten. Dazu gehört „Programmatic Advertising“ für die gezielte Kundensprache. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) sieht im Bereich automatisierter Werbung einen Anstieg von 52 Prozent und beziffert den Anteil auf ein Drittel.

Ohne Automatisierung droht das Aus

Laut einer aktuellen Studie von BMC Software, Anbieter für IT-Lösungen für digitale Unternehmen, sind 73 Prozent der IT-Entscheider der Meinung, dass Unternehmen, die die IT-Automatisierung in den kommenden fünf Jahren nicht zu ihrer weiteren digitalen Geschäftsstrategie nutzen, in zehn Jahren „tot“ sein werden.

Für die Studie unter der Überschrift „IT-Profis sehen Automatisierung als Kern des digitalen Unternehmens“ wurden 650 CIOs in zwölf Ländern befragt. 94 Prozent von ihnen rechnen damit, dass sich der Automatisierungstrend bis 2020 von den IT-Abteilungen auf alle Unternehmensbereiche ausweiten wird. Denn im Wettlauf um das digitale Business müssen die Unternehmen aller Branchen und Regionen weltweit mit beschleunigter Innovation Schritt halten, heißt es in der Studie. Als Investitionsschwerpunkte der kommenden zwei Jahre im IT-Bereich nennen die Autoren der Studie die folgenden drei Bereiche: Containerisierung, Workload-Automatisierung für die Zeitplanung und DevOps. Das Kunstwort aus Development und Operations steht für eine bessere Zusammenarbeit oder Collaboration zwischen den Entwicklungs- und Betriebsteams.

Hybrid-Cloud-Unterstützung als Schlüssel

Fast 9 von 10 der Befragten denken, dass die IT-Automatisierung auf neue Weise eingesetzt werden muss, um die gewünschten Ziele zu erreichen. Als größte Hürde werden in der Studie die Unternehmensarchitekturen, die Budgets (44 Prozent) und Zeitmangel (51 Prozent) genannt. Um dem zu entgehen, müsse ein neuer Ansatz zur IT-Automatisierung her, sagt BMC-Geschäftsführer Ingo Marienfeld und sieht als einzigen Weg dahin Automatisierungslösungen, die eine hybride Cloud-Umgebung unterstützen.

Ein neuer Ansatz zur IT-Automatisierung muss her. Ein optimaler Weg dahin sind Automatisierungslösungen, die eine hybride Cloud-Umgebung unterstützen. (Quelle: StockFinland/iStock)

42 Prozent der CIOs befürchten, dass unterschiedliche Zielsetzungen der einzelnen Geschäftseinheiten weiterhin in Konflikt stehen werden, 32 Prozent halten daher eine bessere Abstimmung innerhalb des Unternehmens für nötig. 88 Prozent der IT-Entscheider sind zuversichtlich, die erforderlichen IT-Innovationen realisieren zu können, 77 Prozent sehen im eigenen Unternehmen auch ausreichend Bemühungen hinsichtlich der Ausbildung von Automatisierungskompetenzen.

Global sehen sich die USA mit 97 Prozent am besten aufgestellt, Deutschland rangiert mit 82 Prozent vor UK und Singapur (72 Prozent) auf dem drittletzten Platz. Was das automatisierte „Hervorzaubern“ von Datenbeständen für greifbare Geschäftsprozesse angeht, halten sich 67 Prozent der CIOs für exzellent oder sehr gut. Nordamerika ist dahingehend mit 88 Prozent wieder weit vorn, Europa und Asia Pacific bilden mit 65 und 64 Prozent das Schlusslicht.

Top und Flop: Security- und Robotic-Process-Automation

Einer neuen „IT-Trends Studie“ von CapGemini zufolge gehört die Security-Automation zu den Top-Trends im deutschsprachigen Raum, auch wenn der Nutzungsgrad derzeit nur bei 12,2 Prozent liegt. Das soll sich aber bald ändern, denn 27 Prozent der befragten Unternehmen sind mit der Implementierung, weitere 29,6 Prozent mit der Planung beschäftigt. Die CapGemini-Studie geht daher in naher Zukunft von 60 Prozent Abdeckungsgrad aus. Die viel beschriebene Robotic-Process-Automation (RPA) erweist sich dagegen eher als Flop im Jahr 2017. Die so bezeichnete Automatisierung von Prozessen, die normalerweise von Menschen ausgeführt werden, komme überraschend langsam voran. Allerdings zeigt die Umfrage auch, dass sich die CIOs damit mehr beschäftigen als noch vor einem Jahr.

 

Quelle Titelbild: PhonlamaiPhoto/ iStock

Mittelstand.Heute Redaktion

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