10. August 2017 | pArtikel drucken | k1 Kommentar

Flache Hierarchien: Der Innovationstreiber

In den letzten Jahren zeichnet sich in der Arbeitswelt ein deutlicher Trend ab, der weggeht von einer pyramidenförmigen “Befehlskette” in Unternehmen, hin zu loseren Strukturen. Heute möchten viele Fachkräfte selbstbestimmt und auf Augenhöhe mit ihren Vorgesetzten arbeiten. Das Aufbrechen des klassischen Modells sorgt bereits in vielen Firmen für einen deutlich merkbaren Innovationsschub, wie zahlreiche Studien und Beispiele aus der realen Welt belegen.

In nahezu jedem erfolgsorientierten Unternehmen hört man teilweise bereits seit Jahren, dass man agiler und innovativer werden müsse. Die Stellenausschreibungen werben neue Mitarbeiter gerne mit “flachen Hierarchien” an, doch nicht selten entpuppt sich diese Aussage eher als Buzzword, als eine tatsächlich gelebte Firmenkultur.

Flache Hierarchien machen innovative Unternehmen aus

Gemeinsam Ziele setzen. Flache Hierachien bringen mehr innovativen Schwung in das Unternehmen. (Quelle: PeopleImages/iStock)

Das liegt nicht unbedingt direkt daran, dass höherrangige Vorgesetzte gerne über ihre “Gefolgschaft” herrschen möchten, sondern, dass der Wandel zu flachen Hierarchien in traditionellen Unternehmen manchmal gar nicht so einfach ist. Genau das hindert aber den Informationsaustausch in Firmen. Nicht zuletzt weil viele Mitarbeiter das Gefühl haben, dass man ihre Ideen, Vorschläge oder (konstruktive) Kritik gar nicht hören möchte.

Das zeigt beispielsweise eine Studie, die die Unternehmensberatung Kienbaum in Zusammenarbeit mit dem großen Karriereportal StepStone erhoben hat. Nach persönlicher Einschätzung der befragten Mitarbeiter bringen Unternehmen mit flachen Hierarchien bessere Ideen hervor, als die, die noch eine klassische Organisationsstruktur nutzen. Hier glauben nur etwa ein Drittel der Mitarbeiter, dass das “alte” System vorteilhafter für Innovationen ist.

Mitarbeiter wollen etwas bewirken, statt nur zu wirken

Drei Viertel geben gleichzeitig an, dass ihnen die Jobzufriedenheit sehr wichtig ist und die wird von vielen Mitarbeitern eben nicht nur am Gehalt und den Aufstiegsmöglichkeiten festgemacht. Sondern verstärkt an der Möglichkeit, selbst etwas im Unternehmen zu bewirken und Teil von Entscheidungen oder zumindest Impulsgeber zu sein. Gefördert werde das laut der Studie nur bei 20 Prozent der befragten Mitarbeiter.

Sie möchten zwar selbstbestimmt arbeiten, was Homeoffice oder wirklich flexible Arbeitszeiten einschließt, fordern aber gleichzeitig mehr Entscheidungsfreudigkeit und klarere Ansagen ihrer Vorgesetzten ein. Hier zeigt sich, dass sich die gewünschte Unternehmenskultur in der Mitte zwischen “Oligarchenherrschaft” und “Anarchie” einpendeln sollte. Quasi die Demokratisierung, wie wir sie auch in einer Vielzahl anderer Branchen erleben, beispielsweise den Medien.

 

Die 9 Führungsstile und Ihre Rolle im Team, welche mit Hilfe des „C“-Kreises gekennzeichnet ist (Quelle: Evernine GmbH).

 

Mitarbeiter einbeziehen, statt befehligen

Das Einbeziehen der Mitarbeiter ist es übrigens, das beispielsweise das Silicon Valley zum wohl ideenreichsten Ort der Welt gemacht hat, der innovative Software, Produkte und Services wie am Fließband produziert. Hier treffen sich Praktikanten im Team mit dem Head of Software Engineering, um im Brainstorming gemeinsam eine Idee zu finden. Die flachen Hierarchie wird hier nicht gespielt, sondern gelebt, mit dem Ziel, gute Ergebnisse zu erarbeiten.

Cyril Northcote Parkinson sagte als Autor des berühmten Buch Organisation und Bürokratie “Parkinson’s Law”: “Viele gute Ideen scheitern, weil irgend jemand, der hätte gefragt werden sollen, nicht gefragt wurde.” Und genau das passiert leider noch zu oft in pyramidenförmigen Organisationsstrukturen.

Quelle: Yuri_Arcurs/iStock

Mittelstand.Heute Redaktion

Hier schreibt Mittelstand.Heute Redaktion für Sie

Mehr Artikel vom Autor

Ein Kommentar

Schreiben Sie einen Kommentar

Mit einem Netzwerk anmelden, oder das Formular ausfüllen. Die E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Notwendige angaben sind mit * gekennzeichnet.